Durch den Reppener Urwald und entlang der Ilanka

 

Bahnhof Frankfurt/oder

Unsere heutige Fahrradtour ins Lebuser Land und entlang der Ilanka starten wir am Bahnhof Frankfurt/Oder. Da es unterwegs keine Einkehrmöglichkeit gibt, empfiehlt es sich Verpflegung und Getränke mitzunehmen. Wir fahren zunächst vom Bahnhof bergab und über die Grenzbrücke über die Oder nach Slubice, der ehemaligen Dammvorstadt von Frankfurt/Oder. In Slubice fahren wir auf dem Oderdeich ostwärts und biegen am Ende des Polenmarktes (Nowy Bazar) links ab. Es geht vorbei am ehemaligen Ostmarkstadion in Richtung Kunowice.

Kunowice

Kirche Kunowice

Hauptstraße Kunowice

Wir folgen dem ausgeschilderten Radweg durch Kunowice, bis wir auf die Hauptstraße in Richtung Kowalow (Kohlow) treffen. Kunowice (Kunersdorf) wurde 1337 erstmals urkundlich erwähnt. Das Dorf war zusammen mit 4 anderen Dörfern Eigentum der Stadt Frankfurt/O. Das Dorf erlangte Bekanntheit durch die Schlacht bei Kunersdorf, in der am 12.08.1759 Friedrich der Große gegen eine russisch-österreichische Armee ein vernichtende Niederlage erlitt. Die moderne Kirche des Ortes wurde an Stelle einer zum Kriegsende zerstörten Kirche aus Feldsteinen von 1372 errichtet. Wir folgend der Hauptstraße ca. 6 km und erreichen den kleinen Ort Nowe Biskupice (Neu Bischofsee). Hier biegen wir rechts ab auf die Verbindungsstraße nach Rzepin. Leider gibt es hier keinen separaten Radweg, um die Nutzung der relativ stark befahrenen Straße zu vermeiden. Die Verbindungsstraße nach Rzepin ist dagegen kaum befahren.

Straße 137 nach Nowe Biskupice

Nowe Biskupice (Neu Bischofsee)

Gajec

Dorfkirche Gajec

Nach weiteren 6 km auf der Verbindungsstraße und Überquerung der Bahnlinie Frankfurt/O. – Rzepin erreichen wir das kleine Dorf Gajec. Hier beginnt ein neu gebauter Radweg entlang der Straße in Richtung Rzepin.

Radweg Gajec – Rzepin

Wir folgen dem straßenbegleitenden Radweg ca. 2 km und biegen am Kreisverkehr rechts ab, um das Städtchen Rzepin südlich zu umfahren. Nach weiteren 2 km treffen wir wieder auf einen Kreisverkehr, in dem wir ebenfalls rechts abbiegen. Nun geht es noch ca. 1000 m auf der Straße unter der Bahnlinie und der Autobahn Frankfurt/O. – Poznan hindurch, um dann links in den Waldweg einzubiegen. Wir folgen dem Waldweg ca. 600 m und treffen erstmals auf die hier angestaute Ilanka. Die Ilanka (Eilang) ist ein ca. 52 km langer rechter Nebenfluß der Oder. Sie entspringt ca. 3 km südöstlich von Torzym (‚Sternberg) und mündet bei dem Dorf Swiecko (Schwetig) in die Oder.

angestaute Ilanka beim ehem. Heidevorwerk

Dammbrücke über die Ilanka

Ilanka

Hier befand sich früher ein Vorwerk der Stadt Rzepin, das Heidevorwerk (poln. Jaworki). Davon ist allerdings nichts mehr zu sehen. Ab sofort folgen wir auf unserem weiteren Weg Waldwegen und sogenannten Feuerwehrstraßen (droga pozarowa). Das sind nummerierte und gut ausgebaute (geschotterte) Waldwege, die als Straßen für die Feuerwehr im Brandfall genutzt werden. Diese Wege lassen sich mit Tourenrädern ganz gut befahren. Die Umgebung von Rzepin ist von dichten Wäldern umgeben, in denen es viele naturbelassene Seen, Moore und kleinere Naturschutzgebiete gibt. Außerdem sind die Wälder sehr sehr pilzreich. Die Einwohner von Rzepin bezeichnen die Wälder als ihren „Urwald gleich um die Ecke“.

Fischteich südlich von Jaworki

Waldweg nach Nowy Mlyn

Wir folgen dem Waldweg in Richtung Nowy Mlyn (Neue Mühle).  Nach ca. 1,5 km erreichen wir einen kleinen, ziehmlich zugewachsenen See. Es handelt sich um das angestaute Flüsschen Rzepia, welches hier die Mühlräder der Modelsmühle antrieb. Die Rzepia ist ein linker Nebenfluß der Ilanka. Von der Modelsmühle, die zu der kleinen Siedlung  Liszki gehörte, sind nur noch einige wenige Fundamentreste vorhanden.

angestaute Rzepia

Reste der Modelsmühle

Reste der Modelsmühle

Wir folgen dem Waldweg weiter durch den wunderschönen Laubwald, überqueren auf einer kleinen Brücke die hier trocken gefallene Rzepia und biegen in Nowy Mlyn links auf die Landstraße nach Jerzmanice (Bahnhof Hermania) ab. Nach ca. 1000 m auf der Landstraße erreichen wir die Kreuzung mit der Feuerwehrstraße Nr. 7, in die wir rechts einbiegen.

Brücke über die Rzepia

Hinweisschild Feuerwehrstraße 7

zur Waldschule nach Radzikow (Reichenwalde)

Feuerwehrstraße Nr. 7

Dieser Straße folgend wir ca. 4,5 km und biegen dann rechts auf die Straße von Radzikow nach Trzesiglowa ab. Die Straße war ehemals eine Kopfsteinpflasterstraße und ist jetzt in einem katastrophalen Zustand. In Richtung Trzesiglowa geht es steil bergab daher ist gräßte Vorsicht geboten. Trzesiglowa ist ein kleines Örtchen, bestehend aus wenigen Häusern am Nordrand des Supno-Sees (Zaupen-See). Rechts von der Straße liegt ein großes, unberührtes Sumpfgebiet der Ilanka.

in Richtung Trzesiglowa

Kopfsteinplasterstraße nach Trzesiglowa

Sumpfgebiet der Ilanka am Supno-See (Zaupen-See)

Von Trzesiglowa fahren wir weiter westwärts durch den Wald immer entlang der hier sehr stark mäandrierenden Ilanka. Wir kommen vorbei an ehemaligen Braunkohlegruben und erreichen schließlich den kleinen Ort Maczkow (Matschdorf). Das Dorf wurde bereits 1400 zum ersten Mal urkundlich erwähnt als der Ort im Besitz der Johanniter war. Bis zur Einstellung des Bahnverkehrs 1966 hatte der Ort einen Haltepunkt an der Strecke Kunersdorf – Ziebingen. In Maczkow gibt es ein Schloß aus dem 18. Jahrhundert, welches nach 2000 eine Zeit lang als Hotel genutzt wurde. Zur Zeit ist das Gelände abgeschlossen und verwildert, das Gebäude verfällt. Durch ein Mini-Wasserkraftwerk wird hier die Ilanka zur Stromerzeugung genutzt.

Ilanka

Ilanka

Maczkow (Matschdorf)

Minikraftwerk Maczkow

Minikraftwerk Maczkow

Ilanka in Maczkow

Straße von Maczkow zur Straße 29

von Maczkow fahren wir weiter in westliche Richtung und queren nach einiger Zeit die Verbindungsstraße Nr. 29 Slubice – Urad. Ein kleines Stück nach Querung der Straße erreichen wir den Bahndamm der ehemaligen Bahnstrecke von Kunowice (Kunersdorf) nach Ziebingen (Cybinka). Die Strecke wurde 1907 eröffnet. Der Personenverkehr auf der Strecke wurde 1966 eingestellt. Bis 2012 fand nur noch sporadischer Güterverkehr statt. Am 30.12.2012 erfolgte die letzte Fahrt, danach wurde die Strecke abgebaut. Wir fahren nun ein Stück auf der alten Bahnstrecke. Da der Untergrund aus Schotter besteht und nur geglättet wurde, ist die Fahrt anstrengend und gewöhnungsbedürftig. Zunächst überqueren wir die Ilanka auf einer alten Bahnbrücke.

Bahnbrücke über die Ilanka

Bahndamm auf der Brücke

Ilanka

Ilanka

Ilanka

Nach ca. 2 km Fahrt auf der ehemaligen Bahntrasse quert die Trasse die Straße von Rybocice nach Maczkow mittels einer Brücke. Hier verlassen wir die Trasse und fahren auf der Straße nach Rybocice. Rybocice (Reipzig) wurde erstmals 1250 schriftlich erwähnt. Von 1311 bis 1437 gehörte es dem Kloster Neuzelle. Seit 1437 gehört es neben den Dörfern Schwetig, Kunersdorf, Kunitz und Trettin der Stadt Frankfurt/O. Am Ortseingang fahren wir zuerst an einem auffallenden grünen Gebäude vorbei. Hier waren bis zum Beitritt Polens zum Schengener Abkommen die für diesen Grenzabschnitt verantwortlichen Grenzschützer untergebracht. Sehenswert ist die Kirche des Dorfers, die nach der Schlacht bei Kunersdorf zwischen 1793 und 1797 wieder aufgebaut wurde.

auf der alten Bahntrasse

über die Straßenbrücke

Straßenbrücke

Rybocice

ehem. Kaserne der Grenzschützer

Kirche Rybocice

Von Rybocice aus fahren wir über ein ruhige Landstraße immer parallel zur Ilanke nach Swiecko (Schwetig). Der Ort wurde 1354 ebefalls von der Stadt Frankfurt/O. gekauft und der Stadtkämmerei zugeschlagen. Swiecko liegt an der Mündung der Ilanka in die Oder. Wir durchqueren die kleine Ortschaft und biegen am Ende des Dorfes links in den Feldweg ab, der uns direkt zur Mündung der Ilanka führt.

Mündung der Ilanka in die Oder

Swiecko (Schwetig)

Swiecko

Autobahnbrücke

Am Ortsausgang von Swiecko befindet sich eine Gedenkstätte für das „Arbeitserziehungslager Schwetig“, in während des Zweiten Weltkrieges zahlreiche Gefangene verschiedener Nationalitäten eingesperrt waren. Hier biegt der Radweg nach links von der Straße ab und  führt unter der Brücke der Autobahn Frankfurt/O. –  Poznan und der Eisenbahnstrecke nach Rzepin hindurch nach Slubice. Wir erreichen am Ortseingang von Slubice wieder den Oderdeich, auf dem wir bis zur Oderbrücke fahren. Von der Oderbrücke bis zum Bahnhof Frankfurt/Oder ist es dann nur noch ein kleines Stück.

Länge der Strecke: 65,1 km

Beschaffenheit der Strecke: wenig Landstraße, gut befahrbare Wald- und Forstwege, separate Radwege

Verlauf der Strecke: Frankfurt/O. / Kunowice (Kunersdorf) / Nowe Biskupice (Neu Bischofsee) / Gajec / Nowy Mlyn (Neue Mühle) /  Marczkow (Matschdorf) / Rybocice (Reipzig) / Swiecko (Schwetig) / Slubice / Frankfurt/O.

Download der GPX-Datei: an der Ilanka

 

 

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