Havelradweg II – von Fürstenberg nach Oranienburg

Logo HavelradwegWir starten zur zweiten Etappe der Radtour auf dem Havelradweg am Bahnhof Fürstenberg/Havel. Vor dem Bahnhofsgebäude fahren wir nach links durch dieLogo Radfernweg Bahnhofstraße,  Luisenstraße und Geldener Straße. An der Kreuzung mit der B 96 stoßen wir auf den Havelradweg, der von Fürstenberg bis  Oranienburg mit dem Radfernweg Berlin-Kopenhagen identisch ist. Nach  Überquerung der B 96 fahren wir durch die Ravensbrücker Dorfstraße nördlich der Mahn- und Gedenkstätten Ravensbrück und Jugend KZ Uckermark in Richtung Himmelpfort. Der Radweg führt durch herrlichen Mischwald.

Klosterkirche HimmelpfortNach 7 km haben wir Himmelpfort erreicht. Der Ort ist seit 2003  Ortsteil der Stadt Fürstenberg/Havel. Sehenswert sind in Himmelpfort die Klosterruine und -kirWeihnachtspostamt Himmelpfortche sowie das bekannte Weihnachtspostamt. Hinter dem Postamt befindet sich die Weihnachtsmannstube, wo angeblich der Weihnachtsmann wohnt. Das Kloster Himmelpfort wurde 1299 von Markgraf Albrecht III. von Brandenburg für die Zisterzienser des Klosters Lehnin gestiftet. Der Ort Himmelpfort wurde Anfang des 14. Jahrhunderts für die Konventsgebäude des Klosters angelegt. 1541 wurde das Kloster im Rahmen der Reformation aufgelöst und verfiel seitdem.

 

Fürstenberg Bahnhof           Havelradweg          Sidowsee         Weihnachtsmannstube Himmelpfort

Ruine Klosterbrauerei           Haussee          Klosterruine         Schleuse Himmelpfort

Nach dem Besuch von Himmelpfort setzen wir unsere Tour durch die herrlichen märkischen Wälder fort. Unser nächstes Ziel heißt nach weiteren 5 km BredereicheDer Ort wurde 1307 als Klosterdorf des Zisterzienserklosters Himmelpfort erstmals erwähnt und ist seit 2003 auch ein Ortsteil von Fürstenberg/Havel. 1689 wurde die Kirche des Ortes errichtet. 1737 erfolgte der Bau der ersten Kammerschleuse an der Havel, die 1883 im Zuge der Havelregulierung, durch eine größere Schleuse ersetzt wurde. 1952 wurde die heutige Schleuse errichtet und die alte Schleuse von 1883 verfüllt. An ihrer Stelle errichtete ein Unternehmer im sogenannten „toten Havelarm“ 1998 – 2000 ein kleines Wasserkraftwerk mit einer Leistung von 2000 KW. An der Schleuse Bredereiche überwinden die Schiffe einen Höhenunterschied von 3,20 m. Von Bredereiche führt der Havelradweg weitere 8 km durch die Wälder in den kleinen Ort Dannenwalde. Dannenwalde, seit 2003 ein Ortsteil der Stadt Gransee, wurde 1483 erstmals urkundlich als Lehen derer von Priegnitz erwähnt. Sehenswert sind ein Herrenhaus des Geheimen Kammerrates Adolf Friedrich von Walden von 1692 sowie die achteckige Patronatskirche von 1821 im Gutspark, die heute als Radfahrerkirche genutzt wird. Von Dannenwalde fahren wir auf

Havelradweg          Havelschleuse Bredereiche          Bredereiche          Dorfkirche Bredereiche

Havelradweg          Dannenwalde Gutshaus          Patronatskirche Dannenwalde 

dem Havelradweg parallel zur Havel über Wentow (OT von Gransee), Zabelsdorf, Marienthal und Burgwall (Ortsteile von Zehdenick)bis zum Ziegeleipark Mildenberg. Der Ziegeleipark ist ein Industriedenkmal in der Nähe des Dorfes Mildenberg, das seit 2003 ein Ortsteil der Stadt Zehdenick ist. 1887 wurden bei Bau der Bahnlinie Löwenberg-Templin an der Havel umfangreiche Tonvorkommen entdeckt. In der Folge entstand eines der größten zusammenhängenden Ziegeleigebiete Europas. 1910, auf dem Höhepunkt der Produktion, wurden im Jahr 625 Millionen Stück Ziegel in 57 Hoffmannschen Ringöfen gebrannt. Die Städte Berlin, Charlottenburg und Cöpenick wurden hauptsächlich mit Ziegeln aus Mildenberg errichtet. Wegen dem Transport der Ziegel auf der Havel nach Berlin entstand die Redewendung :  „Berlin wurde aus dem Kahn erbaut“. 1991 wurde die Ziegelpoduktion eingestellt. Im Ziegeleipark kann man mit einer originalen Feldbahn durch die Tonstiche fahren. Auch gibt es die Möglichkeit Ringöfen u.a. technische Anlagen zu besichtigen. Auch gastronomische Einrichtungen sind vorhanden. Vom Ziegeleipark aus führt der Havelradweg weiter

Wentow      Marienthaler Schleuse      Ziegeleipark Mildenberg      Ziegeleipark Mildenberg

Ziegeleipark Mildenberg      Havelradweg Mildenberg-Zehdenick      Döbertstich

gen Süden nach Zehdenick. Wir passieren südlich von Mildenberg zahlreiche stillgelegte Tonstiche mit Namen wie „Döbertstich, Radtkestich, Rammstich“ usw. Links und rechts der Havel sind im Zuge der Errichtung der Ziegeleien zahlreiche Tonstiche entstanden, die heute eine in Deutschland einzigartige Naturlandschaft bilden. Bei km 41 haben wir schließlich des Zentrum von Zehdenick erreicht. Zehdenick wurde erstmals 1216 urkundlich erwähnt. 1250 errichteten die Zisterzienserinnen hier ein Kloster, welches 1541 säkularisiert wurde und 1801 beim großen Stadtbrand zum größten Teil abbrannte. Zehdenick erlangte herausragende Bedeutung für Brandenburg-Preußen, als der große Kurfürst 1664 – 1666 hier einen Hochofen errichten ließ, der ca. 100 Jahre lang produzierte und Raseneisenstein aus den umliegenden Lagerstätten verarbeitete. Zehdenick führt seit 2013 den Namenszusatz „Havelstadt“. Die nächsten 15 km fahren wir bis Liebenwalde parallel zur Havel bzw.

Zehdenick Rathaus      Zehdenick Havelschleuse      Zehdenick Hastbrücke      Zehdenick Havel

Zehdenick Kloster      Zehdenick Voßkanal      Bischofswerder Schleuse

zum Voßkanal. Zwischen Zehdenick und Liebenwalde verläuft die schnelle Havel in zahlreichen Windungen und stark wechselnden Breiten und Wassertiefen. Für die Schifffahrt eine sehr problematische Strecke. Von 1880 bis 1882 wurde daher ein 14 km langer Kanal, einschließlich 2 Schleusen (Krewelin – 1971 abgerissen –  und Bischofswerder) angelegt – der Voßkanal. Der Havelradweg führt bis zur Schleuse Bischofswerder zwischen Voßkanal (links) und schneller Havel (rechts) entlang. An der Schleuse wechseln wir die Kanalseite und erreichen bei km 55,5 das Zentrum von Liebenwalde.  Die erste urkundliche Erwähnung von Liebenwalde erfolgte 1244, nachdem die

Liebenwalde      Liebenwalde      Liebenwalde Stadtkirche      Oder-Havel-Kanal

Askanier auf dem Burgberg um 1200 ihre Burg errichtet hatten. Durch ihre Lage am Finowkanal erlangte die Stadt wirtschaftliche Bedeutung, die jedoch mit der Inbetriebnahme des Oder-Havel-Kanals wieder verloren ging. Die von Berlin über Basdorf nach Liebenwalde führende Bahnlinie („Heidekrautbahn) wurde zwischen Wensickendorf und Liebenwalde 1997 stillgelegt. Die letzten 21 km bis nach Oranienburg fahren wir überwiegend durch Wälder am Oder-Havel-Kanal entlang. Auf der Höhe von Friedrichsthal queren wir über die Grabowseebrücke den Oder-Havel-Kanal, passieren die Schleuse Lehnitz und fahren am Westufer des Lehnitzsees Richtung Bahnhof Oranienburg, an dem diese Etappe des Havelradweges endet.

Havelradweg      Grkabowseebrücke      Klinkerhafenbrücke      Lehnitz

Lehnitzsee      Havelradweg am Lehnitzsee

Streckenlänge:  77,1 km

Verlauf der Strecke: Fürstenberg/Havel / Himmelpfort / Bredereiche / Dannenwalde / Wentow /           Zabelsdorf / Burgwall / Ziegeleipark Mildenberg / Zehdenick / Liebenwalde / Oranienburg

Beschaffenheit der Strecke: eben, keine Steigungen; feste, glatte Wege; größtenteil asphaltierter Radweg

Download GPX-Track:  Havelradweg – Fürstenberg-Oranienburg

 

 

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