Durch die Feldberger Seenlandschaft

Bahnhof Blankensee

Bahnhof Blankensee

Hinweisschild in Blankensee

Hinweisschild in Blankensee

Unsere heutige Radtour fahren wir als Rundtour durch den Naturpark Feldberger Seenlandschaft mit Start und Ziel in Blankensee. Der Ort liegt in Mecklenburg-Vorpommern an der Bahnstrecke Neustrelitz – Neubrandenburg. Blankensee wurde 1290 erstmals in Zusammenhang mit den Kloster Wanzka erwähnt.  Wir fahren vom Bahnhof aus in südlicher Richtung über die Lindenstraße  aus dem Ort hinaus. Am Ortsausgang wechseln wir auf die Landstraße K 88 in Richtung des Ortsteils Groß Schönfeld, der am Rödliner See und damit im Naturpark Feldberger Seenlandschaft liegt.

Landstraße K 88 nach Groß Schönfeld

Landstraße K 88 nach Groß Schönfeld

Felder im Naturpark

Felder im Naturpark

Groß Schönfeld

Groß Schönfeld

Badestelle am Rödliner See in Groß Schönfeld

Badestelle am Rödliner See in Groß Schönfeld

Nach 4 km auf der Landstraße K 88, die hier gleichzeitig ein Teil des Mecklenburgischen Seenradweges ist,  haben wir schon das Ufer des Rödliner Sees in Groß Schönfeld (einem Ortsteil von Blankensee) erreicht. Der Rödliner See ist 3,29 km lang und 2,3 km breit. Er hat eine Wasserfläche von 2,29 km². Für warme Tage bietet sich hier eine schöne Badestelle am Rödliner See und damit die erste Pause auf unserer Tour an.

Nach der Pause fahren wir weitere 3 km auf dem Seenradweg, bis wir das Örtchen Carpin erreichen. Carpin wurde 1393 erstmals urkundlich erwähnt, ist aber als Siedlungsort bedeutend älter. Durch 1996 durchgeführte archäologische Untersuchungen wurden  Siedlungsreste dokumentiert, die bis 4000 vor Christus zurückreichen. Damit befindet sich Carpin auf dem ältesten bekannten Siedlungsgebiet Mecklenburgs. Der Ort besitzt keine Kirche, diese wurde im 30jährigen Krieg zerstört und danach nicht wieder aufgebaut. Der Ortsname kommt aus dem Slawischen und bedeutet „Karpfenteich“.

Carpin

Carpin

Bahnübergang der MFWE zwischen Carpin und Bergfeld

Bahnübergang der MFWE zwischen Carpin und Bergfeld

In Carpin verlassen wir den Seenradweg und wenden uns nach Nordosten. Wir fahren ca. 1,5 km auf der Bundesstraße B 198 und biegen dann rechts in die Kreisstraße K 93 „Oberdorf“ ab. Auf dieser Fahrt überqueren wir 2 mal die Schienen der ehemaligen Bahnverbindung Thurow – Feldberg. Die einspurige Bahnstrecke wurde durch die Mecklenburgische Friedrich-Wilhelm-Eisenbahn-Gesellschaft (MFWE) 1910 eröffnet. Im Jahre 2000 wurde die Strecke stillgelegt.

Kreisstraße K 93 nach Bergfeld

Kreisstraße K 93 nach Bergfeld

gutshaus Bergfeld

Gutshaus Bergfeld

Nach 3 km Fahrt haben wir Bergfeld, einen Ortsteil von Carpin, erreicht. Bergfeld ist ähnlich alt wie Carpin, 1322 erstmals erwähnt. Bei Grabungen fand man hier auch steinzeitliche Funde. Genau wie Carpin hat auch Bergfeld keine Kirche. Auch sie wurde im 30jährigen Krieg zerstört und nicht wieder aufgebaut. Das Gut Bergfeld wurde 1696 erbaut. Herzog Adolf Friedrich II. schenkte das Gut 1705 anläßlich seiner Hochzeit seiner Gemahlin Prinzessin Christiane Emilie Antonie von Schwarzenburg-Sondershausen als Absicherung für den Fall seines Todes. Von 1789 bis 1945 war das Gut an die Familie Cunitz verpachtete. Das Gutshaus wurde in der MItte des 19. Jahrhunderts errichtet. Heute gibt es im privatisierten Gut Bergfeld einen Hofladen und eine Ferienwohnung. Wir durchqueren den Ort und folgen weiter der K 93. Wir überqueren noch 2 mal die ehemalige Bahnlinie nach Feldberg und erreichen nach weiteren 4 km den Ort Grünow.

Grünow

Grünow

Dorfkirche von Grünow

Dorfkirche von Grünow

Grünow wurde 1324 erstmals urkundlich erwähnt. Die Feldsteinkirche des Ortes wurde Ende des 14. Jahrhunderts errichtet. Im Dreißigjährigen Krieg verwüstete Tillys Heer das Dorf. Das Dorf wird ausschließlich von der Landwirtschaft geprägt. Wir fahren weiter auf der K 93 und erreichen nach 3 km den Ort Dolgen, einen Ortsteil der. Dolgen und 26 andere Dörfer wurden am 13.06.1999 zusammen mit der Stadt Feldberg in die amtsfreie Gemeinde Feldberger Seenlandschaft überführt. Die Gemeinde ist mit fast 200 km² die flächengrößte in Mecklenburg-Vorpommern.

rundkirche von Dolgen

Rundkirche von Dolgen

Dolgen besitzt eine Kirche mit ganz individuellem Charakter. Die Dolgener Kirche ist ein klassizistischer Rundbau und damit eine architektonische Besonderheit. Der Vorgängerbau von 1796 stürzte nach 7 Jahren bereits wieder ein. Auf dessen Fundamenten wurde 1806 die heutige Kirche als Putzbau errichtet. In Dolgen biegen wir rechts ab, auf die K 92 und fahren parallel zum Dolgener See in Richtung Süden. Wir durchqueren den Ortsteil Koldenhof der Gemeinde Feldberger Seenlandschaft und stoßen am Ortsausgang auf den von rechts kommenden Radweg „Eiszeitroute“. Nach ca. 2 km hinter Koldenhof, zunächst noch auf der K 92, später auf der Landstraße L 341, biegen wir links in den „Herrenweg“ ab. Jetzt geht es die nächsten 4 km durch dichte Wälder entlang des Naturschutzgebietes „Heilig Hallen“.

Herrenweg am NSG Heilige Hallen

Herrenweg am NSG Heilige Hallen

NSG Heilige Hallen

NSG Heilige Hallen

NSG Heilige Hallen

NSG Heilige Hallen

NSG Heilige Hallen

NSG Heilige Hallen

 

Naturlehrpfad im NSG Heilige Hallen

Naturlehrpfad im NSG Heilige Hallen

Die „Heiligen Hallen“ sind ein als Totalreservat geschützter Buchenwald. Der Name entstand Mitte des 19. Jahrhunderts. Einige Buchen sind bis 350 Jahre alt und 53 m hoch. Sie haben ihr biologisches Alter bereits überschritten. Daher weist das NSG einen hohen Totholzanteil auf. Der Strelitzer Großherzog Georg verfügte Mitte des 19. Jahrhunderts unter dem Eindruck der riesigen, säulenartigen Bäume, dieses Waldgebiet für alle Zeit zu schonen. Das Kerngebiet wurde bereits 1908 auf die Liste der Mecklenburger Naturdenkmäler gesetzt und ist seit 1938 Naturschutzgebiet. Seit 1950 findet in dem 65 ha großen Gebiet keinerlei Bewirtschaftung oder Entfernung von Totholz mehr statt. Nur die Wege werden nach dem Umstürzen von Bäumen freigeschnitten. Von den „Heiligen Hallen“ folgen wir weiter dem Radweg „Eiszeitroute“ , durchqueren den Ortsteil Neuhof der Gemeinde Feldberger Seenlandschaft und fahren am westlichen Ufer des Schmalen Luzin in Richtung Carwitz. Der bereits 1216 erstmals erwähnte, einstmals selbständige Ort, ist seit 1999 ebenfalls ein Ortsteil der Gemeinde Feldberger Seenlandschaft. Am Ortseingang sehen wir eine 1896 errichtetet Holländermühle, die seit 1937 keine Flügel mehr hatte und bis 1990 durch einen Elektromotor angetrieben wurde. Die Mühle steht unter Denkmalschutz und kann besichtigt werden. Direkt gegenüber der Mühle liegt am Schmalen Luzin eine schöne Badestelle. 1706 entstand am Dorfanger die Dorfkirche als rechteckiger Fachwerkbau mit einem freistehenden Glockenstuhl vor dem Westgiebel. Der Glockenstuhl mußte 1912 abgerissen werden. Seit dem stehen die Glocken in einem offenen Glockenstuhl neben  der Kirche unter freiem Himmel. Auf dem Friedhof des Ortes befindet sich das Grab des Dichters Hans Fallada.

Radweg Neuhof-Carwitz

Radweg Neuhof-Carwitz

Holländermühle in Carwitz

Holländermühle in Carwitz

Schmaler Luzin Carwitz

Schmaler Luzin Carwitz

Dorfkirche Carwitz

Dorfkirche Carwitz

Badestelle am Schmalen Luzin Carwitz

Badestelle am Schmalen Luzin Carwitz

Gaststätte Carwitzeck in Carwitz

Gaststätte Carwitzeck in Carwitz

Carwitz

Carwitz

Unser Weg führt auf der Carwitzer Straße durch den Ort, wo sich an der Ecke „Jägerwörde“ die gemütliche Gaststätte „Carwitzeck“ für eine Pause anbietet. Wer ein Fan von FKK ist, kann noch 2 km weiter auf die Insel Bohnenwerder fahren, wo sich im Carwitzer See die entsprechende Badestelle befindet. Nach unserer Pause verlassen wir Carwitz über die Straße „Hullerbusch“ in nördlich Richtung. Wir fahren immer am östlichen Ufer des Schmalen Luzin entlang, durch die Buchenwälder des Naturschutzgebietes „Hullerbusch“, die kleine gleichnamige Siedlung und erreichen nach ca. 6 km Wittenhagen am Nordufer des Schmalen Luzin. Wittenhagen ist ebenfalls ein Ortsteil der Gemeinde Feldberger Seenlandschaft. Carwitz und Wittenhagen sind staatlich anerkannte Erholungsorte.

Radweg im NSG Hullerbusch

Radweg im NSG Hullerbusch

Gutshof Wittenhagen

Gutshof Wittenhagen

Dorfkirche Wittenhagen

Dorfkirche Wittenhagen

Die Dorfkirche wurde 1758 aus geschlagenen Felsen errichtet mit einem „Zyklopenmauerwerk“ von 1,60 m Stärke. Der Grundriß der Kirche ist ein regelmäßiges Achteck mit einem Innendurchmesser von 10,25 m. Das Gutshaus von Wittenhagen stammt auch von 1758 und steht, wie das gesamte ehemalige Gut, unter Denkmalschutz. In Wittenhagen wenden wir uns wieder nach Westen und fahren über den Wittenhagener Berg in Richtung Feldberg. Wir überqueren einen  Ende des 18. Jahrhunderts aufgeschütteten Damm, der den Schmalen Luzin im Norden vom Breiten Luzin trennt, überqueren die Landenge und fahren dann immer um den Haussee herum bis nach Feldberg.

Breiter Luzin

Breiter Luzin

Radweg am Haussee

Radweg am Haussee

Haussee

Haussee

Feldberg wurde als Burg Veltberg und Sitz eines brandenburgischen Feudalherren 1256 erstmals urkundlich erwähnt. 1519 wurde der Ort Sitz eines herzoglich meckenburgischen Verwaltungsamtes. 1910 erhielt der Ort einen Bahnanschluß und war Endpunkt einer Nebenbahn aus Thurow. 2000 wurde der Bahnbetrieb eingestellt. Feldberg erhielt 1919 Stadtrecht und wurde damit eine der kleinsten Städte in Mecklenburg.  Im Juni 1999 verzichtete Feldberg als erste Stadt Mecklenburg-Vorpommerns auf seine Kommunalautomonie und ging in der Gemeinde Feldberger Seenlandschaft auf, die seither ihren Verwaltungssitz im Ortsteil Feldberg hat.

Feldberg

Feldberg

Kirche von Feldberg

Kirche von Feldberg

Kirche von Feldberg

Kirche von Feldberg

Seit 2015 ist Feldberg anerkannter Kneippkurort. Die Feldberger Kirche wurde 1872 – 1875 als kreuzförmige Backsteinbasilika erbaut. Ihr 54 m hoher Turm ist weithin sichtbar. Um die zum Bau der Kirche benötigten Ziegel leichter und schneller transportieren zu können, wurde der Luzinkanal, der heute noch den Haussee mit dem Breiten Luzin verbindet, angelegt. In Feldberg verlassen wir die „Eiszeitroute“, wenden uns nach Westen und fahren ca. 3 km durch herrliche und dichte Laubwälder nach Lüttenhagen. Der Ort ist ebenfalls ein Ortsteil der Gemeinde Feldberger Seenlandschaft. Der Name weist darauf hin, das der Ort einst komplett von Wäldern umgeben war, denn Hagen ist eine Rodung, die zu Siedlungszwecken geschlagen wurden. Die kleine Kirche des Ortes wurde 1683 als Ziegelfachwerkbau errichtet. Vor der Kirche steht ein mehr als 800 Jahre alte Stieleiche mit über 8 m Stammumfang. Sehenswert ist außerdem in Lüggenhagen der „Paradiesgarten“, ein forstbotanischer Versuchsgarten von 1881.

Dorfkirche von Lüttenhagen

Dorfkirche von Lüttenhagen

Weitendorf

Weitendorf

In Lüttenhagen wechseln wir wieder die Richtung und fahren auf der Landstraße K 94 nach Norden über Weitendorf nach Cantnitz. Weitendorf und Cantnitz sind ebenfalls Ortsteile der Gemeinde Feldberger Seenlandschaft. Die Dorfkirche von Cantnitz stammt aus der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Sie wurde in gotischer Bauweise als Backsteinbau errichtet. Sie gilt als das besterhaltene Beispiel frühgotischer Saalkirchen in Mecklenburg-Vorpommern. Der ursprünglich vorhandene hölzerne Kirchturm musste 1791 abgerissen werden und wurde aus Finanzmangel nicht wieder aufgebaut.

Dorfkirche Cantnitz

Dorfkirche Cantnitz

Badestelle am Cantnitzer See

Am Nordufer des Cantnitzer Sees, der unmittelbar neben dem Ort liegt, befindet sich ein schöne Badestelle, die sich für eine Pause anbietet. Nach der Pause verlassen wir Cantnitz  und fahren über den Radweg ca. 3 km in nord-westliche Richtung nach Stolpe, einem weiteren Ortsteil der Gemeinde Feldberger Seenlandschaft. Hier treffen wir auf die Landstraße L 331, der wir 2 km in Richtung Quadenschönfeld folgen. Hier, am ehemaligen Bahnhof Warbende, erreichen wir den Eisenbahnradweg auf der alten Bahntrasse von Blankensee nach Strasburg. Der alte Bahnhof liegt ca. 1 km südlich des Ortes Quadenschönfeld und beherbert heute eine Gaststätte. Die nächsten 7 km fahren wir auf dem gut ausgebauten Bahntrassenradweg wieder zurück nach Blankensee.

Bahnhof Quadenschönfeld

Bahnhof Quadenschönfeld

Bahnhofsgaststätte Quadenschönfeld

Bahnhofsgaststätte Quadenschönfeld

ehem. Bahnhof Warbende

ehem. Bahnhof Warbende

Bahntrassenradweg Quadenschönfeld-Blankensee

Bahntrassenradweg Quadenschönfeld-Blankensee

Auf unserer Fahrt passieren wir noch den ehemaligen Bahnhof von Warbende, einem Ortsteil der Gemeinde Möllenbeck, bevor wir wieder am Bahnhof Blankensee ankommen, an dem unsere Tour begann. Wenn das Wetter schön ist und noch Zeit, bis der Zug fährt, lohnt sich ein Abstecher zum Baden an den Wanzkaer See. Die Badestelle ist nur ca. 1500 m vom Bahnhof entfernt.

Länge der Strecke:  72,7 km

Verlauf der Strecke: Blankensee / Groß Schönfeld / Carpin / Bergfeld / Grünow / Dolgen / Koldenhof / Neuhof / Carwitz / Wittenhagen / Feldberg / Lüttenhagen / Weitendorf / Cantnitz / Quadenschönfeld / Warbende / Blankensee

Beschaffenheit der Strecke: überwiegend gut ausgebaute Radwege, Waldweg in den Heiligen Hallen, wenig befahrene Landstraßen

Download der GPX-Datei: FeldbergerSeenlandschaft

 

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