Tour Brandenburg 1 von Brandenburg / Havel nach Rathenow

Brandenburg Hbf.

Brandenburg Hbf.

Wir starten unsere Tour auf dem mit 1080 km längsten Radweg Deutschlands am Bahnhof Brandenburg an der Havel. Brandenburg an der Havel ist die drittgrößte Stadt des gleichnamigen Bundeslandes und eine der ältesten Städte; erstmalig erwähnt 928. Im 12. Jahrhundert entwickelten sich nach der deutschen Eroberung Stadtstrukturen. 1170 nennt eine Urkunde die Altstadt Brandenburg als Stadt des deutschen Rechts. Die Stadt wird auch als „Wiege der Mark“ bezeichnet. Die Altstadt entwickelte sich um die Gotthardkirche an der Straße nach Magdeburg. Südlich der Altstadt wurde Ende des 12. Jahrhunderts die Neustadt mit der Katharinenkirche planmäßig angelegt (erstmals 1196 erwähnt). Beide Städte wurden getrennt mit Mauern versehen und entwickelten sich als selbständige Kommunen. 1715 wurden beide Städte auf Befehl von König Friedrich Wilhelm I. zu einer Stadt vereinigt.

Steintorturm

Steintorturm

Bevor wir uns auf die Tour begeben, wollen wir die Gelegenheit nutzen, uns einige Sehenswürdigkeiten der über 1000jährigen Stadt Brandenburg an der Havel anzusehen. Wir fahren vom Bahnhof durch die Große Gartenstraße in die Neustadt. Als erstes passieren wir die Stadtschleuse im Stadtkanal, einem alten Havelarm.  Mitte des 16. Jahrhunderts wurde hier eine hölzerne Kesselschleuse errichtet, welche bis 1920 in Betrieb war.  Heute wird die Stadtschleuse nur noch von Sportbooten genutzt. Direkt an der Schleuse steht der Steintorturm, der mächtigste Torturm der Neustädter Stadtmauer. Er gehört zu den ehemals acht Tortürmen der beiden Städte Brandenburg und beherbergt heute ein Museum. Weiter geht es durch die Neustadt vorbei an der katholischen Kirche der Heiligen Dreifaltigkeit zum St. Pauli Kloster, einem ehemaligen Dominikanerkloster.

kath. Kirche der Heiligen Dreifaltigkeit

kath. Kirche der Heiligen Dreifaltigkeit

St. Pauli Kloster

St. Pauli Kloster

Markgraf Otto V, verschenkte 1286 die markgräfliche Residenz an den Dominikanerorden, der hier sofort mit der Errichtung einer Klosteranlage begann, welche erst nach ca. 100 Jahren beendet sein sollte. Mit der Reformation endete die katholische Ära des Klosters. Die Mönche durften auf Lebenszeit im Kloster verbleiben, eine Neubesetzung aber wurde untersagt. Im Jahre 1560 schenkte Kurfürst Joachim II. die Klosteranlage der Neustadt Brandenburg. Die Kirche wurde evangelisch umgeweiht, die Klostergebäude einer karitativen Nutzung als neustädtisches Hospital und als Einrichtung der Altenpflege zugeführt. Wir fahren weiter ins Zentrum der Neustadt. Hier steht die imposante evangelische St. Katharinenkirche, die größte Kirche der Stadt, erbaut von 1381 bis 1434.

St. Katharinen Kirche

St. Katharinen Kirche

Mühlentorturm

Mühlentorturm

Havelpegel

Havelpegel

Nördlich von der Kirche, am Beginn des Mühlendamms, der die Neustadt mit der Dominsel finden wir den Neustädtische Mühlentorturm. Vor dem Turm auf dem Mühlendamm befinden sich ehemalige Wassermühlen der Neustadt, die schon seit Anfang des 13. Jahrhunderts durch Aufstauen der Havel um 1,20 m den Pegelunterschied zum Antrieb ihrer Mühlwerke nutzten. Auf dem Mühlendamm steht  auch das Pegelhaus, an dem der Havelpegel gemessen wird. Die Altstadt Brandenburg besaß ebenfalls einen Mühlentorturm, der 1805 abgerissen wurde. Nach Überquerung der Näthewinde, einem Havelnebenarm, erreichen wir die Dominsel mit dem  Dom „St. Peter und Paul“. Das Ensemble aus Dom, Klausur, Kurien und Nebengebäuden prägt noch heute die Dominsel und das historische Stadtbild von Brandenburg an der Havel. Mit dem Bau des Domes wurde am 11.10.1165 begonnen. Mitte des 15. Jahrhunderts wurde der gotische Umbau abgeschlossen. Die Kunstwerke im Innern des Doms stammen aus allen Epochen vom Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert. Der Dom wird auch als „Wiege der Mark“ bezeichnet.

St. Peter und Paul

St. Peter und Paul

St. Petri Kapelle

St. Petri Kapelle

Vor der Domkirche befindet sich die St. Petri Kapelle, ein christlicher Sakralbau aus der Anfangszeit der christlichen Herrschaftsperiode der Mark Brandenburg. Sie steht auf dem Fundament der ehemaligen Burgkapelle der Burg Brandenburg. Sie zählt zu den ältesten gemauerten Strukturen der Mark Brandenburg, wahrscheinlich bereits vor Gründung der Mark am 11.06.1157 entstanden. Wir verlassen die Dominsel, in dem wir nördlich vom Dom weitere Havelarme, den Domstreng und die Brandenburger Niederhavel, überqueren und wenden uns der Brandenburger Altstadt zu. Über die Mühlentorstraße erreichen wir die St. Gotthardtkirche aus dem Jahre 1147. Die Kirche wurde vom Hevellerfürsten Pribislaw/Heinrich gegründet und auf den Namen des heiligen Bischofs Godehard von Hildesheim geweiht.

St. Gotthardtkirche

St. Gotthardtkirche

Rathenower Torturm

Rathenower Torturm

Wir fahren weiter ins Zentrum der Altstadt und passieren in der Rathenower Straße Ecke Wallstraße den Rathenower Torturm aus dem Jahre 1290.  Er gilt als das älteste erhaltene Stadttor Brandenburgs. 1355 wurde das Tor verschlossen und als Kerker ausgebaut. Über die Straße „Am Huk“ erreichen wir schließlich den Altstädtischen Markt mit dem Altstädtischen Rathaus von 1468 und dem Roland. Nach einer sehr wechselvollen Geschichte hat seit 2007 die Stadtverwaltung ihren Sitz wieder im Altstädtischen Rathaus. Seit 1402 ist eine Rolandsfigur in der Neustadt Brandenburg überliefert. Der vor dem Altstädtischen Rathaus stehende Roland wurde 1474 aus Sandstein geschaffen.[3] Er hat eine Höhe von 5,33 Meter, verfügt über eine Plattenrüstung und ein Schwert in seiner rechten Hand, welches senkrecht in die Höhe gehalten ist. Die linke Hand ist am Dolch. Eine Kopie befindet sich vor dem Märkischen Museum Berlin. In einer kleinen Mulde auf dem Kopf wurde Donnerkraut gepflanzt, welches die Figur nach einem Aberglauben vor Blitzschlag schützen sollte. 

Altstädtisches Rathaus

Altststädtisches Rathaus

Roland

Roland

Wir verlassen den Altstädtischen Markt und fahren über die Plauer Straße und die Klosterstraße in Richtung Johanniskirche. Am Ende der Plauer Straße sehen wir den Plauer Torturm, der bereits mit der Entstehung der steinernen Stadtmauer um die Altstadt Brandenburg integraler Bestandteil der Befestigungsanlagen war. Die Kirche St. Johannes ist eine ehemalige Franziskanerkirche, erbaut von 1250 – 1270. An die Kirche grenzte im Süden eine zweihöfige Klosteranlage, die gleichzeitig die südlichen Ecke der Stadtbefestigung bildete und 1865 abgebrochen wurde.

Plauer Torturm

Plauer Torturm

St. Johannis

St. Johannis

Von hier aus überqueren wir wieder die Brandenburger Niederhavel, fahren auf der anderen Seite am Heinrich-Heine-Ufer entlang in südliche Richtung. Wir überqueren mit dem Brandenburger Stradtkanal und dem Jakobsgraben zwei weitere Havelarme, wechseln wieder auf das westliche Havelufer und fahren parallel zur Havel über den Ortsteil Neuendorf zur Fähre. Kurz vor der Mündung der

Neuendorfer Fähre

Neuendorfer Fähre

Havel in den Breitlingsee gibt es seit 1900 eine Fährverbindung zwischen Neuendorf und dem Wohnplatz Buhnenhaus. Die Fähre wird mittels Motor an einem Drahtseil durch die Havel gezogen. Ein Stück hinter Buhnenhaus mündet die Plane in den Breitlingsee. Die Plane entspringt bei Rabenstein im Hohen Fläming, ist 61 km lang und einer der vier beutenden natürlichen Fließgewässer auf der Nordseite des Hohen Fläming. Ein kurzer Abstecher zu ihrer Mündung in den Breitling ist lohnenswert. Wir haben Brandenburg nun endgültig verlassen und fahren immer am Südufer des Breitlingsees und des Möserschen Sees entlang in Richtung Kirchmöser. Wir fahren am Bahnhof Kirchmöser Dorf  vorbei und passieren das alte Rathaus des Ortes. Von 1924 bis 2008 war hier der Sitz der Stadtverwaltung und des Standesamtes. Heute ist es ein repräsentatives Mehrfamilienwohnhaus.Weiter geht die Fahrt nach Kirchmöser West.  In der Hauptstraße des Ortes, „Unter den Platanen“ sehen wir den sogenannten „Winkelbunker“.

Planemündung

Planemündung

altes Rathaus Kirchmöser

altes Rathaus Kirchmöser

Winkelbunker

Winkelbunker

Es ist ein Hochbunker,  vom Entwickler Luftschutztürme genannt, aus dem zweiten Weltkrieg. Diese Luftschutzbunker werden nach ihrem Kontrukteur, Leo Winkel, auch Winkelbunker genannt. Der Volksmund nennt sie Betonzigarre oder Zuckerhut. Deutschlandweit wurden über 70 dieser Winkelbunker errichtet. Wenige hundert Meter weiter, im Bahntechnikerring sehen wir das Wahrzeichen von Kirchmöser, den 1916 errichteten, 60 m hohen Wasserturm. Er diente der Versorgung des Kraftwerkes mit Wasser, stellte die Löschwasserversorgung der Pulverfabrik sicher und belieferte die umliegenden Siedlungen mit Trinkwasser. Seit 1970 wird er nicht mehr als Wasserturm genutzt. Am Brandenburger Türmetag kann der Turm betiegen werden.

Wasserturm Kirchmöser

Wasserturm Kirchmöser

Wir fahren weiter in nördliche Richtung, überqueren die Havel an der Verbindung zwischen Wendsee und Plauer See und erreichen den Ort Plaue. Durch den Schloßparki am Pauer See gelangen wir zum Schloß Plaue.

 

 

 

 

 

 

 

 

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