Zisterzienser-Tour

 

Bahnhof Kloster Chorin

Bahnhof Kloster Chorin

Unsere Radtour startet als Rundtour durch das Gebiet der früheren Klöster der Zisterzienser Mariensee und Chorin am Bahnhof „Kloster Chorin“. Wir fahren von der „Bahnhofstraße“ nach links in die „Choriner Dorfstraße“ und weiter in den „Sandkruger Weg“. An dessen Ende biegen wir vor dem Choriner Friedhof links auf den Radweg „Tour Brandenburg“ in Richtung Kloster Chorin ab. Es geht durch herrlichen Buchenwald ca. 1 km steil bergan. Auf der anderen Seite des Berges werden wir dann mit einer langen, wunderschönen Abfahrt auf dem sehr gut asphaltierten Radweg nach Sandkrug belohnt. Wir fahren ein kurzes Stück am Nettelgraben entlang, einem der ältesten deutschen Kunstbauten. Die Zisterziensermönche legten diesen 5 km langen Graben im 13. Jh. an, um ihr Kloster und die ange-

Abfahrt Richtung Sandkrug

Abfahrt Richtung Sandkrug

Moorbiotop Nettelgraben

Moorbiotop Nettelgraben

Sandkrug

Sandkrug

Zisterzienser-Kloster Chorin

Zisterzienser-Kloster Chorin

schlossenen Mühlen mit ausreichend Wasser zu versorgen. Der Graben verbindet als einziger Abfluß den Parsteiner See mit dem Weißen See, dem Choriner Amtsee und der Ragöse. In Sandkrug angekommen, stoßen wir auf die Landstraße L 200, die wir ein kurzes Stück zurückfahren können, um uns das Kloster der Zisterzienser, Chorin, anzuschauen. Sandkrug wurde 1754 als „Neuer Amts Krug“ gegründet.  Das ehemalige Kloster Chorin wurde 1258 von den askanischen Markgrafen auf Pehlitzwerder (damals eine Insel, heute Halbinsel) im Parsteiner See als „Kloster Mariensee“ (Tochter des Klosters Lehnin) gegründet. Bereits von 1231 bis 1258 existierte in Barsdin (heute Oderberg) das Kloster Civatis Dei des Prämonstratenserordens mit dem Mutterkloster Brandenburg / Havel. Auf Grund des steigenden Wasserstandes im Parsteiner See wurde 1273 das Kloster um  8 km nach Südwesten, nach Chorin, verlegt und dort als gotische Zisterzienserabtei erbaut. Das Kloster war die Grablege der Askanier, die dem Kloster auch per Schenkung die Inseln im Parsteiner See, die Dörfer Pehlitz, Plawe, Brodowin, Chorin, Parstein, Liepe, Serwest, Buchholz, Niederfinow, Golzow, Britz mit allen dazugehörigen Seen, Fließen, Äckern, Bergen, Wiesen und Weiden übereigneten. Durch dieses Gebiet führt unsere Radtour. Mit der Säkularisierung ab 1542 verfiel das Kloster und wurde erst ab dem 19. Jh. wieder restauriert. Nach der Klosterbesichtigung fahren wir zurück nach Sandkrug und biegen dort von der Landstraße nach Links in den „Lieper Weg“ ein. Der Radweg führt uns nun 6 km durch die Wälder des Biosphären-Reservats Schorfheide Chorin, bis wir auf den Oder-Havel-Kanal treffen und nach rechts auf die L 291 abbiegen. Von hier haben wir einen Blick auf die obere Einfahrt des Schiffshebewerkes Niederfinow.

Alter Wegweiser im Wald

Alter Wegweiser im Wald

Oder-Havel-Kanal obere Zufahrt Schiffshebewerk

Oder-Havel-Kanal obere Zufahrt Schiffshebewerk

Brücke L291 Oder-Havel-Kanal

Brücke L291 Oder-Havel-Kanal

Stecherschleuse

Stecherschleuse

 

Wir überqueren den Kanal und biegen gleich danach links auf den Radweg (Waldstraße) ein. Nach einer  rasanten Abfahrt erreichen wir den kleinen Ort Stecherschleuse am Finowkanal. Der Ort verdankt seinen Namen der 1745 errichteten gleichnamigen Schleuse am Finowkanal.

Finowkanal bei Stecherschleuse

Finowkanal bei Stecherschleuse

Niederfinow

Niederfinow

altes und neues Schiffshebewerk Niederfinow

altes und neues Schiffshebewerk Niederfinow

Von Stecherschleuse folgen wir 4 km der Landstraße bis zu den beiden Schiffsheberwerken in Niederfinow. Hier bietet sich eine Pause an, wofür zahlreiche Imbissmöglichkeiten zur Verfügung stehen.  Niederfinow wurde 1213 als Burg Finow zum Schutz einer Furt über die Finow (heutiger Finowkanal) gegründet.

Lieper Schleuse

Lieper Schleuse

Lieper Schleuse

Lieper Schleuse

Radwegbrücke an der Lieper Schleuse

Radwegbrücke an der Lieper Schleuse

Schöpfwerk Liepe

Schöpfwerk Liepe

 

Von Niederfinow aus fahren wir am Finowkanal entlang bis zur Lieper Schleuse.  Die Schleuse wurde 1767 errichtet und ist mit ihrer Bauart die älteste Schleuse Deutschlands. Sie bildet das östlich Tor des Finowkanals und den Übergang zum Oder-Havel-Kanal. Nach Überquerung des Finowkanals an der Lieper Schleuse führt uns der Radweg quer durch das Niederoderbruch nach Bralitz . Unterwegs passieren wir die Alte Finow und das Schöpfwerk Liepe,

Brücke über die Alte Finow am Schöpfwerk Liepe

Brücke über die Alte Finow am Schöpfwerk Liepe

Alte Finow

Alte Finow

Wriezener Alte Oder bei Bralitz

Wriezener Alte Oder bei Bralitz

welches das Niederoderbruch über die Alte Finow in den Oder-Havel-Kanal entwässert. Erbaut wurde das Schöpfwerk 1894. Es entwässert eine Fläche von 1.395 ha mit einer Leistung von 7.984 m³ pro Stunde. Kurz vor Bralitz (1337) überqueren wir die Wriezener Alte Oder. Die Alte Oder war bis zum großen Durchstich der Oder zwischen Güstebiese und Hohensaaten und Bau des Oderkanals

Bralitz

Bralitz

Dorfkirche Bralitz

Dorfkirche Bralitz (1890)

Alter Bahnhof Oderberg-Bralitz

Alter Bahnhof Oderberg-Bralitz

1747 – 1753 der Hauptstrom. Von Bralitz aus wenden wir uns nach Oderberg. Am Ende des Ortes passieren wir den alten Bahnhof Oderberg-Bralitz der 1877 errichteten und 1997 stillgelegten Bahnstrecke Angermünde – Bad Freienwalde. Nach wenigen Km haben wir die Kleinstadt Oderberg (erste Erwähnung 1231 als Vogtei Bardyn) erreicht. Hinter dem Ortseingang biegen wir in die erste Straße links („Festung“) ein, um uns die Überreste der Festung „Bärenkasten“ anzuschauen.

links Wriezener Alte Oder rechts Oderberger See

links Wriezener Alte Oder rechts Oderberger See

Festung

Festung „Bärenkasten“

Straßenbrücke B 158 Oderberg über Wriezener Alte Oder

Straßenbrücke B 158 Oderberg über Wriezener Alte Oder

Die Festung „Bardyn Castrum“ wurde 1353 anstelle einer 1349 im Krieg gegen die Pommern zerstörten Burg auf einer dem Ort gegenüber liegenden Oderinsel errichtet und diente dem Schutz des Oderübergangs. Nach Regulierung der Oder im 18. Jh. verlandete die Insel, so daß die Reste der Festung heute inmitten einer Kleingartenanlage zu sehen sind. Wir fahren weiter direkt am Ufer der Wriezener Alten Oder und stoßen nach kurzer Zeit an der Oderbrücke wieder auf die Straße, auf der wir unsere Fahrt in Richtung Hohensaaten fortsetzen. Wir folgen die nächsten 8 km dem Radweg immer entlang der Wriezener Alten Oder, bis wir die beiden Schleusen in Hohensaaten (1258)

Hohensaaten

Ostschleuse Hohensaaten

Westschleuse Hohensaaten

erreicht haben. Die Ostschleuse Hohensaaten verbindet die Wriezener Alte Oder mit dem Oderhauptstrom. Die Westschleuse stellt die Verbindung zur  Hohensaaten-Friedrichsthaler Wasserstraße her, die hier beginnt. Beide Schleusen gleichen den großen Höhenunterschied in den Wasserständen der einzelnen Gewässer aus, die im Durchschnitt beim Oderhauptstrom bei 324 cm über NN, bei der Hohensaaten-Friedrichsthaler Wasserstraße bei 38 cm über NN und in der Oderhaltung (Wriezener Alte Oder) bei 120 cm über NN liegen. Die nächsten 11 km fahren wir jetzt immer auf dem Oderdeich zwischen dem Oderhaupt

Radweg auf dem Oderdeich

Radweg auf dem Oderdeich

Hohensaaten-Friedrichsthaler Wasserstraße bei Stolzenhagen

Hohensaaten-Friedrichsthaler Wasserstraße bei Stolzenhagen

Stolzenhagen

Stolzenhagen

strom und der Hohensaaten-Friedrichsthaler Wasserstraße entlang. Die Hohensaaten-Friedrichsthaler Wasserstraße ist ein 17 km langer Kanal, der 1848 – 1859 als „Hohensaatener Kanal“ zur Entwässerung des Oderbruchs angelegt wurde. Mit dem Bau des Großschiffartsweges Berlin-Stettin (1926 fertiggestellt), wurde er Teil dieser neuen Wasserstraße. Nach ca. 2/3 unserer Weges haben wir den kleinen Ort Stolzenhagen (1315) erreicht, bei dem wir die Wasserstraße überqueren und weiter in Richtung Parsteiner See fahren.

Lüdersdorf

Lüdersdorf

Parstein mit Kirche von 1735

Parstein mit Kirche von 1735

Radweg in Pehlitz

Radweg in Pehlitz

Nach 3 km durchqueren wir Lüdersdorf und wieder 3 km weiter den Ort Parstein (1258) am Parsteiner See, der mit 1003 ha der drittgrößte See Brandenburgs ist. Wir fahren am Südufer des Sees entlang und können einen Abstecher auf die Halbinsel Pehlitzwerder machen, um uns dort Ruine des Klosters Mariensee (1258) anzuschauen. Weiter führt unser Weg durch Pehlitz (1258), am Kleinen Rummelsberg (mit 81 m höchste Erhebung der Gegend mit Aussichtspunkt) vorbei, am Nordufer des Wesensees entlang nach Brodowin (1258). Brodowin wird auch das „Dorf zwischen 7 Seen“ genannt. Südlich von Brodowin befindet sich das älteste Naturschutzgebiet Norddeutschlands, daß seit 1907 unter Schutz stehende Plagefenn.

Dorfkirche Brodowin (1852)

Dorfkirche Brodowin (1852)

Brodowin

Brodowin

Dorfkirche Chorin (13. Jh.)

Dorfkirche Chorin (13. Jh.)

Es ist ein für Menschen unzugängliches Totalreservat. Der letzte Abschnitt unserer Tour führt uns um die Nordspitze des Weißens Sees auf einem schönen Radweg durch die dichten brandenburger Wälder zurück nach Chorin, wo unsere Tour wieder am Anfangspunkt, dem Bahnhof, endet.

Länge der Strecke: 66,30 km

Verlauf der Strecke:  Chorin / Sandkrug / Stecherschleuse / Niederfinow / Bralitz / Oderberg /                                                    Hohensaaten / Stolzenhagen / Lüdersdorf / Parstein / Pehlitz / Brodowin

Beschaffenheit der Strecke: gute Radwege, wenig befahrene Landstraßen,  hügelig

Download des GPX-Tracks: Zisterziensertour

 

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.