Von Wittenberge nach Rathenow – durch die Auen von Elbe und Havel

Unsere Radtour beginnt am Bahnhof Wittenberge (mit RE 2 ab Berlin im Stundentakt zu erreichen). Wittenberge, gegründet um 1236, liegt am Zusammenfluß der Flüsse Stepenitz, Karthane und Elbe, im Nordwesten Brandenburgs. Die Stadt verfügt über einen Elbehafen. Das älteste noch erhaltene Gebäude der Stadt ist das Steintor aus dem Jahre 1297. Wir fahren zunächst vom Bahnhof aus durch die Stadt zum Stadthafen, an der Uferpromenade entlang in Richtung Eisenbahnbrücke über die Elbe. Die erste Eisenbahnbrücke über die Elbe wurde 1847 als eingleisige Brücke errichtet. Die heutige Brücke entstand 1987 zweigleisig und war mit 1030 m der längste Brückenneubau der Deutschen Reichsbahn in der DDR. Wir überqueren die Brücke auf dem separaten Fuß- und Radweg und gelangen so nach Sachsen-Anhalt auf dem westlichen Elbufer. Dort biegen wir nach links auf den Elberadweg ab und fahren auf dem Elbedeich gen Süden. Auf unserem Weg zur nächsten  größeren Gemeinde Beuster passieren wir die Ortsteile Eickerhöfe, Losenrade und Steinfelde der Stadt Seehausen.  Die meisten Orte entstanden in der Zeit der Kolonisation durch den Markgrafen Albrecht der Bär um 1259.

Beuster

Nachdem wir die ersten 11 km zurückgelegt haben, erreichen wir den Ortsteil Beuster der Hansestadt Seehausen (Altmark). Beuster ist ein Haufendort, liegt an einem Altarm der Elbe in der Wische. 1246 wurde Beuster erstmals urkundlich erwähnt, bestand  aber bereits viele Jahre vorher. Sehenswert sind die Stiftskirche „St. Nikolaus“ von 1160, das Blaulichtmuseum mit vielen historischen Feuerwehr-, Polizei- und Rettungsfahrezeugen und die evangelische Fachwerk-Kirche „St. Marien“ von 1414 in Klein-Beuster. Die evangelische Kirche „St. Nikolaus“ ist die älteste Backsteinkirche der Altmark.

Wir setzen unsere Fahrt auf dem Elbedeich fort. Auf den nächsten  18 km durchqueren wir das Naturschutzgebiet Elbe-Aland-Niederung in der Altmärker Wische, bis wir schließlich die Hansestadt Werben erreichen.

Werben

Werben ist die drittkleinste Stadt in Sachsen-Anhalt und gehört zu den 20 kleinsten Städten Deutschlands. Der Ort erschien erstmals um 1005 in den schriftliche Quellen als Wiribeni iuxta. 1358 wurde Werben Mitglie der Hanse.  Die Stadt verfügt über die älteste Gründung des Johanniterordens auf norddeutschem Boden. 1160 übertrug Markgraf Albrecht der Bär die Einkünfte der Werbener Kirche samt allem Zubehör dem Johanniterhospital zu Jerusalem. Neben der Kirche St. Johannis, die 1160 erbaut wurde,  entstand in Folge eine Komturei. Ältestes Zeugnis des Ordens ist die Lamberti-Kapelle.

Wir setzen unsere Fahrt auf dem Elberadweg fort und erreichen nach weiteren 6 km die Elbfähre im Ortsteil Räbel von Werben.  Die Fähre Werben ist ein Gierseilfähre. Dieser Fährtyp (auch Gierfähre oder Fliegende Brücke genannt), nutzt zur Fortbewegung die Strömung des zu überquerenden Flusses aus. Die Technik der Gierfähre wurde 1657 durch den Holländer Hendrick Heuck erfunden.  Die Fähre hängt an einem langen Drahtseil, das sich kurz vor der Fähre aufteilt zum Bug und Heck hin aufteilt. Verändert sich nun die Länge dieser Enden zueinander, verändert sich die Lage der Fähre zum Strom.

Nach dem wir die Elbe überquert haben, sind es nur noch 5 km bis in die Hansestadt Havelberg in der es sich anbietet, eine Pause einzulegen. Wir fahren über die Elbinsel, auf der sich die Altstadt befindet, von dort über eine Brücke durch den Parkt der Spülinsel wieder zurück aufs Festland. Entlang dem Havelberger Yachthafen laden viele große und kleine Gaststätten zum verweilen ein.

Hansestadt Havelberg

Havelberg wurde gleichzeitig mit dem Bistum Havelberg um das Jahr 948 durch Otto I. gegründet. Die Stadt entstand auf einer Insel in der Havel. Der die Stadt alles überragende Dom St. Marien von Havelberg wurde 1170 vom Orden der Prämonstratenser errichtet. Das Bistum Havelberg, welches hauptsächlich der Christianisierung der im Gebiet ansässigen Wenden diente, war neben dem Bistum Brandenburg das älteste Bistum östlich der Elbe. Im Jahre 1598 löste sich das Bistum auf, nach dem nach der Reformation alle Mitglieder zum Protestantismus übergetreten waren.

Nach einer ausgiebigen Pause setzen wir unsere Fahrt in Richtung Rathenow fort. Wir verlassen Havelberg und fahren auf einem sehr gut ausgebauten Radweg entlang der L 2 über Jederitz, Kuhlhausen bis nach Garz. Die Fahrt führt auf 15 km durch die wunderschöne Auenlandschaft der Havel.

Garz

Das Dorf Garz, gegründet 1392,  wurde mit seinen 150 Einwohnern 2005 eingemeindet und ist seitdem ein Ortsteil von Havelberg. Das Dorf besitzt einen historischen Ortskern mit einer halbkreisförmigen Anordnung der zumeist denkmalgeschützten Vierseitenhöfe und eine bezaubernde ackteckige Fachwerkkirche. Die Kirche stammt aus dem Jahre 1688 und zeigt sich heute als komplett schiefes Bauwerk (evtl. sogar schiefer als der Tum von Pisa). In ihrem Innern finden sich ein Barockaltar und eine Lütkemüller-Orgel von 1871. Nach einem Abstecher zur Schleuse Garz (eine Schleuse in einem 1911 angelegten Durchstich im Verlauf der Havel) kehren wir auf den Havelradweg zurück.

Nach weiteren  ca. 30 km Fahrt durch die Havelauen über Warnau, Molkenberg, Schollene und Steckelsdorf erreichen war den Bahnhof Rathenow. Von hier aus können wir im 60 min-Takt nach Berlin zurückfahren.

 

 


       

       

     

     

     

     

 

Streckenlänge: 86,71 km

Verlauf: Wittenberge / Elbe-Radweg –  Losenrade / Beuster / Werben / Räbel / Havel-Radweg – Havelberg / Jederitz /               Kuhlhausen/ Garz / Warnau / Molkenberg / Schollene / Steckelsdorf / Rathenow

Beschaffenheit der Strecke:  überwiegend asphaltierte Radwege, kurze Strecken Betonplatten bzw. Landstraße

Download GPX-Trak: Wittenberge-Rathenow

 

 

 

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