Durch den Spreewald – von Brand nach Cottbus

Die Tour startet am Bahnhof in Brand. Brand ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Halbe im Amt Schenkenländchen im Landkreis Dahme-Spreewald von Brandenburg. Der Bahnhof liegt an der Strecke der Berlin-Görlitzer Bahn, ist von Berlin aus im 60 min Takt ( RE 2 und RB 24) zu erreichen und heißt offiziell „Brand Tropical Islands“. Vom Bahnhof aus fahren wir nach links über die Bahnschienen hinweg auf die L 711 (Tropical Islands Allee). Die riesige Halle ist schon von Weitem zu sehen. In der Halle, die 2000 als Cargolifter-Werkhalle fertiggestellt wurde, betreibt seit 2004 eine Firmengruppe aus Malaysia einen tropischen Freizeitpark. Die Halle ist mit 360 m Länge, 210 m Breite und 107 m Höhe die größte freitragende Halle der Welt. Sie steht in der Spreewaldgemeinde Krausnick-Großwasserburg auf dem ehemaligen  Flugplatz der sowjetischen Streitkräfte.

Von Tropical Islands fahren wir weiter über die L 711 bis nach Krausnick, wo wir auf die verschiedenen Radwege treffen.  Krausnick-Groß Wasserburg enstand 2001 aus dem Zusammenschluß der Gemeinden Krausnick und Groß Wasserburg. Krausnick wurde 1376 erstmal urkundlich erwähnt, Groß Wasserburg 1554. Die Fachwerkkirche von Krausnick wurde von 1726 bis 1728 errichtet, die Orgel mit 8 Registern stammt aus dem Jahre 1884. In Krausnick fahren wir auf den „Spreeradweg“, der hier auch gleichzeitig ein Teil des regionalen „Hofjagdradweges“ ist und folgen diesem bis nach Schlepzig.

Schlepzig

Schlepzig, das Zentrum des Unterspreewalds,  wurde 1004 erstmals in einer Schenkungsurkunde von Heinrich II. an das Kloster Nienburg schriftlich erwähnt und ist damit eine der ältesten Gemeinden im Bundesland Brandenburg. Die Dorfkirche ist ein Fachwerkbau aus dem Jahre 1782 nach dem der Vorgängerbau 1769 abgebrannt war. Weitere Sehenswürdigkeiten in Schlepzig sind das Bauernmuseum, die historische Getreidemühle, der Weidendom „Arena Salix“ und die Spreewaldbrauerei. Wir verlassen Schlepzig in Richtung Süden und setzten unsere Fahrt auf dem Spree- und Hofjagdradwg entlang der Hauptspree fort.Bis nach Lübben passieren wir die Schlepziger Teiche, die aus insgesamt 22 künstlich angelegten Fischteichen bestehen.

Lübben (Spreewald)

Lübben (Spreewald), Kreisstadt des Landkreises Dahme-Spreewald , wurde 1150 erstmals urkundlich erwähnt. Zwischen 1210 und 1220 erhielt Lübben das Stadtrecht. Seit 1999 ist die Stadt „Staatlich anerkannter Erholungsort“. Rund um den Marktplatz in Lübben laden zahlreiche Cafès und Bäckerereien zu einem Zischenstop ein. Direkt am Marktplatz steht die sehenswerte, von 1607 bis 1666 erbaute, spätgotische Hallenkirche. Nach dem wir uns gestärkt haben, fahren wir auf dem Spreeradweg weiter in südlicher Richtung Oberspreewald, bis wir auf den „Nordumfluter“ treffen. Es ist ein in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts künstlich angelegten Kanal, der das Wasser der Spree bei Hochwasser nördlich am Spreewald vorbei leitet. Wir fahren am Südufer des Nordumfluters entlang, wobei wir den „Spreeradweg“ verlassen und nunmehr dem „Gurkenradweg“ folgen. Ca. auf der Hälfte der Strecke nach Alt Zauche wechseln wir in Bukoitza (eine ehemals sehr beliebte Ausflugsgaststätte im Spreewald) bis nach Alt Zauche auf das Nordufer des Kanals.

Alt Zauche

Alt Zauche, erstmal 1337 erwähnt, war ursprünglich ein Sackgassendorf. Seit 2003 ist es ein Ortsteil der Gemeinde Alt Zauche-Wußwerk.  Nach Durchquerung des kleinen Ortes folgen wir weiter dem „Gurkenradweg“ und wechseln wieder auf das Südufer des Umflutkanals. Ca. 4 km hinter Alt Zauche biegt der Radweg links ab, wir fahren aber geradeaus weiter, bis wir auf Höhe der Buschmühle wieder auf den „Gurkenradweg“ treffen. Unterwegs passieren wir zwei Hochwasserwehre im Nordumfluter. Wir folgen dem „Gurkenradweg“ ca. 2 km und biegen dann links auf den „Fürst-Pückler-Weg“ ab, der hier auf der Ortsstraße „Nordweg“ und „Am Bahndamm“ verläuft. Hier verlief von 1898 bis 1970 eine Strecke der schmalspurigen Spreewaldbahn Cottbus – Lübben. Nach 4 km treffen wir wieder auf den Spreeradweg, dem wir nun auf dem Südufer des Kanals folgen. Nach Überquerung der L 501 (Schmogrower Str.). erreichen wir wieder die Hauptspree. Hier beginnt der Nordumfluter in Richtung Lübben.

Spreeaue

Beim Abzweig des Nordumfluters wechseln wir auf das Nordufer der Hauptspree und folgend dem Spßreeradweg ca. 18 km über Maiberg bis nach Döbbrick. Auf dieser Strecke durchqueren wir die Spreeaue. Die Spreeaue ist ein ca. 10 km langes, 5 km breites und 400 ha großes Gebiet an der Spree, welches seit 2006 von VATTENFALL renaturiert wurde. Es ist die größte Flußnaturierung im Land Brandenburg. fürr die Renaturierung der Spree durfte VATTENFALL die im Tagebau Cottbus-Nord liegenden Lakomaer Fischteiche trockenlegen. In Döbbrick verlassen wir den Radweg, biegen links ab und fahren auf der Ortsverbindungsstraße in Richtung Maust zu den Peitzer Teichen.

Peitzer Teiche

Die Teichlandschaft der Peitzer Teiche ist ca. 1000 ha groß. Die Teiche wurden im 16. Jahrhundert auf Befehl vom Markgraf Johann von Küstrin zur Fischzucht angelegt. Der Hammergraben speist die Teiche mit Wasser aus der Spree. Das Ein- und Ablassen des Wassers aus den Teichen funktioniert völlig ohne Pumpen. Der größte Ortsteil der Gemeinde Teichland ist der direkt an den Teichen gelegene Ort Maust (1577 erstmals urkundlich erwähnt). Direkt am Hammergraben stand in Maust eine Getreide-, Öl- und Sägemühle. Das Haus der Mühle wurde saniert und zu einem Mini-Wasserkraftwerk umgebaut. Im Wirtschaftsgebäude der Mühle befindet sich heute die Ausflugsgaststätte „Maustmühle“. Nach einer Pause in der Gaststätte setzen wir unsere Tour Richtung Cottbus fort.

Wir fahren nun wieder auf dem „Spreeradweg“ an einem Teil der Peitzer Teichen entlang über Wilmersdorf, Lakoma nach Merzdorf, an den Südrand des ehemaligen Tagebaus Cottbus-Nord. Auf dem Gebiet des ehemaligen Tagebaus entsteht ab 2018 der mit 1900 ha größte See des Lausitzer Seengebietes der Cottbusser „Ostsee“. In Merzdorf wurde am Rande des ehemaligen Tagebaus 2006 ein 34 m hoher Aussichtsturm errichtet. 176 Stufen führen auf die Aussichtsplattform. Vom „Ost-See-Aussichtstum“ Merzdorf sind es nur noch wenige Kilometer bis zu unserem Ziel, dem Hauptbahnhof von Cottbus.
   

     
      

     

 

Streckenlänge: 91,40 km

Verlauf der Strecke: Brandt, Bahnof „Tropical Islands“ / Krausnick / Schlepzig – Spreeradweg / Lübben – Gurkenradweg – Spreeradweg / Maust / Wilmersdorf / Merzdorf / Cottbus

Beschaffenheit der Strecke: wenig befahrene Landstraßen, separate, glatte Radwege, entlang dem Nordumfluter teilweise feste Wirtschaftswege

Download GPX-Track: Spreewald-Brandt-cottbus

 

 

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