Vom Barnim zum Oderbruch – Biesenthal-Schwedt

Wir starten unsere Radtour am Bahnhof Biesenthal im Barnim (erreichbar mit dem RB 24 von Berlin-Lichtenberg im 60 Minuten Takt) und fahren links vom Bahnhof über die Bahnhofstraße (L 29) ca. 3 km bis Grüntal.

Grüntal (Barnim)        

Grüntal ist ein Teil der Gemeinde Sydower Fließ im Amt Biesenthal-Barnim und wurde 1375 erstmals urkundlich erwähnt. 1998 schloss sich die Gemeinde mit der Gemeinde Tempelfelde zur Gemeinde Sydower Fließ zusammen. Sehenswert ist die Feldsteinkirche. Wir setzen unsere Fahrt auf der ruhigen Landstraße fort und erreichen nach weiteren 6 km den Ort Tuchen.

Tuchen (Barnim)

Tuchen, ein Straßendorf deutschen Ursprungs, wurde 1375 erstmals im Landbuch Kaiser Karls IV genannt, aber wahrscheinlich um 1230 gegründet. Ab 1134 begann mit Albrecht dem Bären, Markgraf der Nordmark, die endgültige Unterwerfung der slawischen Stämme und die zunehmende Besiedlung durch deutsche Siedler. Der Name des Dorfes geht auf seine Gründer, die Familie von Tuchem, zurück. 1232 diente das Pfarrdorf Tuchem den Rittern Alexander und Rudolf von Tuchem als Wohnsitz. Tuchen und Klobbicke schlossen sich 1973 zur Gemeinde Tuchen-Klobbicke und 1998 mit Trampe zur Gemeinde Breydin zusammen. Die Tuchener Kirche, ursprünglich aus Feldsteinen um 1232 errichtet, befand sich nach dem 30jährigen Krieg einem trostlosen Zustand. Von 1711 bis 1718 wurde der Wiederaufbau als Fachwerk-Sakralbau (für die Region sehr untypisch) durchgeführt. Nach jahrelangem Verfall erfolgte von 1991 bis 1994 eine umfangreiche Rekonstruktion. Heute gehört die Kirche der Gemeinde Tuchen- Klobbicke. Nach weiteren 2 km Fahrt erreichen wir den Ortsteil Klobbicke, mit einer 1280 errichteten Feldsteinkirche.

Klobbicke (Barnim)

Der Ort wurde 1323 erstmals urkundlich erwähnt als Wohnsitz der ritterbürgerlichen Familie von Globig, die als Ortsgründer angesehen werden. Die Schreibung des Ortsnamens hat sich im Verlaufe der Jahrhundert mehrmals verändert. 1375 erscheint der Ort im Carolinischen Landbuch. Wir radeln weiter durch durch den Barnim und folgen der ruhigen Landstraße weitere 8 km über Trampe und Gersdorf bis wir den Gamensee im Gamengrund erreichen.

Gersdorf (Barnim)

Gersdorf, gegründet 1307,  ist ein Ortsteil der Gemeinde Falkenberg/Mark  und gehört zum Amt Falkenberg-Höhe. Im Mittelalter gehörte das Kreuzangerdorf Gersdorf zusammen mit Kruge zum Besitz des Zisterzienserinnen-Kosters Friedland. Das Gemeindegebiet grenzt unmittelbar an das Landschaftsschutzgebiet Gamengrund. Der Gamengrund durchschneidet den Barnim in nordsüdlicher Richtung. In ihm liegen 14 Rinnenseen, die meisten langgestreckt und schmal.  Weiter geht es auf der  Landstraße über Krummenpfahl (OT von Dannenberg) bis Dannenberg/Mark, ca. 4 km.

Dannenberg / Mark (Barnim)

Der Ort liegt auf der höchsten Erhebung des Barnimplateaus, inmitten einer ausgeprägten Seen- und Mischwaldlandschaft und gehört zu den ältesten Dörfern des oberen Barnim. Die Struktur des Angerdorfs ist vor allem um den Dorfteich herum noch vorhanden. Auf dem höchsten Punkt des Ortes steht die denkmalgeschützte Feldsteinkirche von 1375. In Dannenberg biegen wir links gegen Norden ab und fahren auf der L 35 über Cöthen nach Falkenberg /Mark. Wir fahren 5 km stetig bergab, von den Höhen des Barnim in die Niederungen des Oderbruch. Die letzten beiden Km nach Falkenberg sind besonders steil und bei der rasanten Abfahrt ist höchste Konzentration geboten.

In Falkenberg bieten wir links ab und fahren auf der K 6432 in Richtung Niederfinow welches nach 4 km erreicht ist. In Niederfinow queren wir  den Finowkanal, die älteste künstliche deutsche Wasserstraße, die noch in Betrieb ist. Der Finowkanal ist 32 km lang, zweigt im Westen bei Zerpenschleuse vom Oder-Havel-Kanal ab und mündet im Osten bei Liepe in die Oderberger Gewässer der Oder-Havel-Wasserstraße. Der gesamte Kanal steht unter Denkmalschutz. Nach der Kanalüberquerung setzen wir unsere Fahrt fort und sehen schon von weitem die beiden Schiffshebewerke in Niederfinow, welche nach weitern 3 km erreicht sind. Hier bietet sich bei den zahlreichen Gaststätten und Imbißmöglichkeiten eine Kaffepause an.

Schiffshebewerke Niederfinow (Oderbruch)

Das am 21.03.1934 in Betrieb genommene Schiffshebewerk Niederfinow ist das älteste noch arbeitende Schiffshebewerk Deutschlands. Es überwindet einen Höhenunterschied von 36 Metern der Oder-Havel-Wasserstraße. Das Bauwerk ist ein geschütztes Industriedenkmal und ein historisches Wahrzeichen der Ingenieurbaukunst in Deutschland. Parall zum bisherigen Hebewerk wird das Schiffshebewerk Nord, welches für größere Schiffe geeignet ist, errichtet. Das neue Hebewerk soll spätesten 2025 in Betrieb gehen. Nach der Pause, setzen wir unsere Fahrt auf der hügeligen Landstraße Richtung Oderberg fort, das wir nach 9 km erreichen.

Oderberg, gegründet 1214, liegt am östlichen Rand des Eberswalder Urstromtales, am Rand des Biosphärenreservates Schorfheide-Chorin und am nörlichen Rand des Oderbruchs. Durch die Stadt fließt die Alte Oder (hier auch Wriezener Alte Oder genannt). Die Oder fließt in 5 km Entfernung. Wir überqueren in Oderberg die Alte Oder, biegen links ab und fahren die nächsten 7 km auf dem Theodor-Fontane-Radweg in Richtung Hohensaaten. Ca. 1 km vor Hohensaaten schwenken wir nach links auf den Oder-Neiße-Radweg ein, dem wir bis zu unserem Ziel in Schwedt folgen werden.

Hohensaaten (Oderbruch)

Hohensaaten, 1258 erstmals urkundlich erwähnt,  ist ein Stadtteil von Bad Freienwalde und liegt nordöstlich von Berlin direkt an der polnischen Grenze am Rande des Nationalparkes Unteres Odertal. Die im Ortszentrum gelegene evangelische Kirche wurde von 1858 bis 1860 nach Plänen des königlichen Baumeisters Friedrich August Stüler im neugotischen Stil errichtet. Direkt an der Ortslage ist die Verknüfung der Oder-Havel-Wasserstraße mit der Oder. Hier sind zwei Teilabschnitte der Oder-Havel-Wasserstraße, die Alte Oder und die Hohensaaten-Friedrichsthaler Wasserstraße durch Schleusenanlagen untereinander und mit der Oder verknüpft.

Die West- (Nord)schleuse vermittelt die Verbindung zur am Westrand des Odertales geführten Hohensaaten-Friedrichsthaler Wasserstraße, in die ein paralleles Wehr auch das Wasser aus dem Oderbruch weiterleitet. Die Ost-(Süd)schleuse vermittelt die Verbindung zum am Ostrand des Odertals geführten Hauptstrom der Oder. Nach Passieren der Schleusen setzen wir unsere Fahrt auf dem Oder-Neiße-Radweg gen Norden fort. Auf den nächsten 15 km fahren wir immer zwischen der Hohensaaten-Friedrichsthaler Wasserstraße links und der Oder rechts direkt auf dem Oderdeich entlang.

Hohensaaten-Friedrichsthaler Wasserstraße

Ist ein Teil der Oder-Havel-Wasserstraße und verläuft als Kanal auf 42 km von Hohensaaten parallel zum Hauptstrom der Oder bis zur Einmündung in die Westoder bei Friedrichsthal (Stadtteil von Gartz). Der Vorläufer der heutigen Wasserstraße, der Hohensaatener Kanal wurde von 1848 bis 1859 auf 17 km zwischen der hohensaatener Alten Oder  und Stützkow errichtet und diente hauptsächlich der Entwässerung des Oderbruchs. Er war 30 m breit. Heute ist er der südliche Teil der Wasserstraße. Der nördliche Teil besteht aus 2 Altarmen der Oder, die durch zwei Durchstiche verbunden wurden.

Auf unserer Fahrt passieren wird die Orte Bielineck (Bellinchen) und Piasek (Peetzig), die auf dem polnischen Ufer der Oder liegen. Schließlich erreichen wir den Beobachtungstrum Stützkow „Fliegender Kranich“ im Naturpark Unteres Odertal. Von hier bietet sich ein atemberaubender Rundblick auf des Odertal. Nach einer Pause am Aussichtsturm fahren wir weiter auf dem Oderdeich, links von uns immer die Hohensaaten-Friedrichsthaler Wasserstraße. Auf den letzten 15 km passieren wir den Ort Stützkow (1354 erstmal urkundlich erwähnt) mit seiner kleinen Fachwerkkirche von 1748.  Nach einer schönen und ruhigen Fahrt durch das wunderschöne untere Odertal endet unsere Radtour am Bahnhof Schwedt, von wo wir im 120 Minuten Abstand nach Berlin zurück fahren können.

     

     

     

    

     

     

 

Streckenlänge: 78,4 km

Verlauf: Biesenthal / Sydow / Grüntal (Barnim) / Tuchen / Klobbicke / Breydin / Gersdorf / Dannenberg / Cöthen / Falkenberg / Niederfinow / Oderberg / Hohensaaten / Stützkow / Schwedt

Beschaffenheit der Strecke: wenig befahrene Landstraßen, gut ausgebaute Radwege

Download GPX-Trak Biesenthal-Hohensaaten-Schwedt

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.