Spreeradweg 1 von Eibau bis Bautzen

 

Bahnhof Eibau

Bahnhof Eibau

 

Schild Spreeradweg

Schild Spreeradweg

Wir beginnen unsere Fahrt auf dem Spreeradweg an dem der ersten Spreequelle am nächsten gelegenen Bahnhof in Eibau. Dieses Hinweisschild wird uns die nächsten Tage und die nächsten 356 km begleiten und uns den richtigen Weg weisen.

Eibauer Kirche

Vom Bahnhof aus fahren wir zunächst in den kleinen Ort Eibau. Eibau, heute ein Ortsteil der  Gemeinde Kottmar, wurde 1352 erstmals urkundlich erwähnt. Eibau ist ein Waldhufendorf und liegt am Fuße des  zweithöchsten Berges der Oberlausitz, dem Kottmar. Bekannt wurde der Ort u.a. durch seine Brauerei, in der sehr gutes Schwarzbier gebraut wird. Die barocke evang.-luth. Kirche von Eibau mit ihrem 50 m hohen Turm wurde von 1703 bis 1707 errichtet und gilt als die zweitgrößte Dorfkirche der Oberlausitz. Nach einer kurzen Runde durch den beschaulichen Ort machen wir uns über die Lange Gasse und den Bierweg auf den Aufstieg zur Spitze des Kottmar. Der Kottmar ist ein erloschener Vulkan und 583 m hoch. Auf der Bergspitze befinden sich eine Sprungschanze, die auch regelmäßig durch den Sportverein genutzt wird, eine ehemalige Gaststätte und ein 15,5 m hoher, 1881 errichteter Aussichtsturm, die beide leider geschlossen sind. Vom Kottmar aus hat man einen sehr schönen Blick über die Oberlausitz.

 

Straße auf den Kottmar

Straße auf den Kottmar

Schanze auf dem Kottmar

Schanze auf dem Kottmar

Schanze

Schanze

Kottmarturm

Kottmarturm

Vermessungspunkt von 1864

Vermessungspunkt von 1864

Blick vom Kottmar

Blick vom Kottmar

Abfahrt zur Spreequelle

Abfahrt zur Spreequelle

Nach unserer Stipvisite auf dem Gipfel des Kottmar fahren wir abwärts zur Spreequelle, die sich  am Südwesthang des Berges in 478 m Höhe über NN befindet. Hier entspringt die Spree aus den „Blauen Steinen“ im „Buchenborn“.  Die Quelle am Kottmar ist die höchstgelegene der 3 Spreequellen. Die halbkreisförmige Einfassung der Quelle wurde 1921errichtet. Auf ihr sind die Heimatorte von Gefallenen des 1. Weltkrieges aufgelistet, die Mitglieder des Gebirgsvereins Lusatia waren. Der hier entspringende Quellbach heißt Oberspree genannt.

 

Spreequelle am Kottmar

Spreequelle am Kottmar

Spreequelle am Kottmar

Spreequelle am Kottmar

Verlauf der Spree

Verlauf der Spree

Bahnbrücke Eibau

Bahnbrücke Eibau

Radfahrerkirche Walddorf

Radfahrerkirche Walddorf

Radfahrerkirche Walddorf

Radfahrerkirche Walddorf

Von der Spreequelle führt unser Weg bergab, vorbei an der Radfahrerkirche des Ortsteils Walddorf der Gemeinde Kottmar zur Bahnbrücke am Ebersbacher Weg. Walddorf wurde 1676 gegründet, aber erst 1691 durch den Kurfürsten genehmigt. Bis 1999 war es, wie Eibau, eine selbständige Gemeinde. Die Radfahrerkirche in Walddorf wurde 1909 unter Einfügung von Teilen des Vorgängerbaues von 1708 in ihrer heutigen Form errichtet. Der älteste Teil der Kirche ist der Kirchturm von 1727.Wir überqueren die Bahnlinie Zittau – Dresden und fahren dann, abweichend vom offiziellen Spreeradweg, vorbei am 467 m hohen Lerchenberg auf direktem Wege ca. 2,5 km zur zweiten Spreequelle am Eingang des Volksbades in Neugersdorf. Von der Höhe am Lerchenberg ergibt sich ein wunderbarer Rückblick auf Eibau und Walddorf.

Blick auf Walddorf

Blick auf Walddorf

Blick auf Walddorf und den Kottmar

Blick auf Walddorf und den Kottmar

Spreequelle Neugersdorf

Spreequelle Neugersdorf

Spreequelle Neugersdorf

Spreequelle Neugersdorf

 

Spreequelle Neugersdorf

Spreequelle Neugersdorf

Die Spreequelle in Neugersdorf ist die ergiebigste der drei Quellen. 1888 erhielt sie eine schmeideeiserne Fassung. Neugersdorf, 1306 erstmals urkundlich erwähnt,   1429 von den Hussiten vollständig vernichtet, erst 1657 wieder aufgebaut, ist heute ein Ortsteil der Stadt Ebersbach-Neugersdorf. Neugersdorf besitzt eine von 1735 bis 1738 errichtete barocke evangelische Kirche mit einem 64 m hohen Kirchturm. Wir fahren von der Spreequelle über die Humboldtstraße ca 700 m in südliche Richtung, biegen dann rechts in die Zittauer Straße ein und nach weiteren 300 m links in die Hauptstraße. Nach ca. 100 m beginnt rechts der Teichweg, der uns entlang von Kirchteich, Mittelteich und Blattbinderteich, für die Fischzucht künstlich angelegt,  zur Ernst-Thälmann-Str. führt. Vom Teichweg aus hat man auch einen schönen Blick auf die Kirche von Neugersdorf.

Neugersdorf

Neugersdorf

Kirche von Neugersdorf

Kirche von Neugersdorf

Kirchturm

Kirchturm

Kirchteich

Kirchteich

Mittelteich

Mittelteich

Blattbinderteich

Blattbinderteich

Am Ende des Blattbinderteiches ergibt sich eine schöner Blick auf einen der beiden Wassertürme von Neugersdorf. Es handelt sich um den Wasserturm der ehemaligen Buntweberei und Färberei unmittelbar an der tschechischen Grenze. Wir setzen unseren Weg über die Ernst-Thälmann-Str. in nördliche Richtung fort, unterqueren die Bahnlinie Zittau-Dresden, biegen links in die Neugersdorfer Straße ein und erreichen kurz darauf die Straße „Am Spreeborn“ in Ebersbach, die uns zur dritten und wohl schönsten Spreequelle führt. Die Spreequelle im Ebersbacher Ortsteil Spreedorf, der Spreeborn, liegt 387,26 über NN und gilt mit Ersterwähnung 1575 als die älteste geschichtlich belegte Spreequelle.  1736 erfolgte auf Anregung von Prinz Friedrich II., dem späteren König, die Einfassung der Quelle mit einem hölzernen Pavillon. Seinen heutigen gußeisernen Pavillon mit den Wappen der 16 Städte, durch die die Spree fließt, erhielt die Quelle 1895. Die Quelle liegt in einer kleinen Parkanlage, dem „Spree-Eck“, in dem die beiden Spreearme zusammenfließen.

Wasserturm Neugersdorf

Wasserturm Neugersdorf

Spreeborn

Spreeborn

spreeborn

Spreeborn

Spreeborn

Spreeborn

Lauf der Spree

Lauf der Spree

Park am Spreeborn

Park am Spreeborn

Ebersbach, 1306 erstmals urkundlich erwähnt, erhielt 1925 Stadtrecht. 2011 fusionierte die Stadt mit der Nachbarstadt Neugersdorf zur Stadt Ebersbach-Neugersdorf. Nach dem Besuch des Spreeborns verlassen wir das Spree-Eck, wenden uns nach Norden und fahren ca. 3 km bis in den Stadtkern von Ebersbach. Vom Hofeweg aus haben wir einen schönen Blick auf den 485 m hohen Schlechteberg. In Ebersbach sehen wir die 1726 bis 1733 erbaute Dorfkirche mit einem hölzernen Tonnen- und Kuppelgewölbe. Im Innern befinden sich 54 biblische Gemälde von 1733, die die Heilsgeschichte darstellen, sowie eine den gesamten Raum abschließende Deckenmalerei.

Blick auf den Schlechteberg

Blick auf den Schlechteberg

Kirche Ebersbach

Kirche Ebersbach

Kirche Ebersbach

Kirche Ebersbach

Bahnhof Ebersbach

Bahnhof Ebersbach

Wir setzen unsere Radtour fort und fahren in westliche Richtung in das Ortszentrum von Ebersbach. Am Kreisverkehr haben wir einen Blick auf den Bahnhof von Ebersbach. Wir fahren weiter über die Nausalzaer und Hempelstraße  und sehen im Ortsteil Hempel den imposanten Ritterbach-Viadukt der Bahnstrecke nach Dresden.

Ritterbachviadukt in Ebersbach

Ritterbachviadukt in Ebersbach

Nach Unterquerung des Viadukts wendet sich unser Weg nach Süden und führt nach 1 km unmittelbar bis an die tschechische Grenze. Dann biegt er nach Norden ab  und führt die nächsten 4 km über Neufriedersdorf und Neuspremberg nach Neusalza-Spremberg. Das Dorf Spremberg wurde 1272, die Stadt Neusalza 1670 erstmals urkundlich erwähnt. Da der Besitzer des Rittergutes Spremberg, auf dem die Stadtgründung erfolgte, Christoph Friedrich von Salza hieß, nannte man die neue Stadt der Einfachheit halber Neusalza. 1920 erfolgte der Zusammenschluß zur heutigen Stadt Neusalza-Spremberg. Wir überqueren wieder die Bahnlinie Zittau-Dresden und sehen bald darauf auf der rechten Seite die Kirche „Zur Heiligen Dreifaltigkeit“ von Neusalza-Spremberg. Die Kirche ist eine Exulantenkirche, d.h. sie wurde 1675 bis 1679 für böhmische Glaubensflüchtlinge errichtet. Bis 1801 wurde hier noch in tschechischer Sprache gepredigt. Der Kirchturm wurde erst 1769/70 angebaut.

Dreifaltigkeitskirche Neusalza-Spremberg

Dreifaltigkeitskirche Neusalza-Spremberg

Dreifaltigkeitskirche

Dreifaltigkeitskirche

Ca. 300 m weiter erreichen wir das Zentrum des Ortes, den Obermarkt. Hier bietet sich in einem kleine Cafè bzw. einem Fleischerimbis eine Pause an. Ca. 500 nach Überquerung des Marktes sehen wir links die zweite Kirche, die evangelische Kirche des ehemaligen Dorfes Spremberg, die auf einer Anhöhe steht. Wir umfahren die Anhöhe, überqueren die Spree und fahren die nächsten 7 km immer parallel zur Spree an deren nördlichem Ufer.

Obermarkt Neusalza-Spremberg

Obermarkt Neusalza-Spremberg

evang. Kirche Neusalza-Spremberg

evang. Kirche Neusalza-Spremberg

evang. Kirche Neusalza-Spremberg

evang. Kirche Neusalza-Spremberg

evang. Kirche Neusalza-Spremberg

evang. Kirche Neusalza-Spremberg

Spree in Neusalza-Spremberg

Spree in Neusalza-Spremberg

Am Ortsausgang von Neusalza-Spremberg, in der Nachbargemeinde Oppach, markiert die Spree noch einmal auf ca. 1500 m Länge die Grenze zur Tschechischen Republik. Unser Weg führt uns nun durch den Ort Taubenheim, der seit 1994 zusammen mit den Dörfern Wehrsdorf und Sohland die Einheitsgemeinde Sohland an der Spree bildet. Taubenheim wurde 1345 als Waldhufendorf gegründet und ist heute wegen seine mehr als 30 Sonnenuhren als „Dorf der Sonnenuhren“ bekannt. Die evangelische Kirche des Ortes von 1524 wurde nach einem Brand 1662 im landbarocken Stil neu erbaut. Sie enthält eine spätklassizistische Inneneinrichtung und besitzt die älteste Kirchturmuhr Ostsachsens mit einem Uhrwerk von 1691.

Blick über die Spree zur Tschechischen Republik

Blick über die Spree zur Tschechischen Republik

Blick über die Spree zur Tschechischen Republik

Blick über die Spree zur Tschechischen Republik

Kirche Taubenheim

Kirche Taubenheim

Kirche Taubenheim

Kirche Taubenheim

Hinter der Kirche befindet sich das Obere Schloß Taubenheim, das ältere der beiden ehemaligen Rittergüter von 1345. Der Vorgängerbau brannte 1644 ab, wurde wieder aufgebaut und 1875 abgerissen. Das heutige Schloß stimmt von 1897. Es wird heute als Gesundheits- und Schönheitszentrum sowie als Forschungs- und Lehrakademie für Bioenergetik genutzt. Unser Weg führt dann vorbei am Niederen Schloß Taubenheim, welches als Wohnhaus genutzt wird. Gegenüber steht ein Obelisk zur Erinnerung an Hans-Heinrich von Zezschwitz.  Zezschwitz ist der Name einer meißnischen Uradelsfamilie mit dem Stammsitz Zeschwitz bei Leisnig. Hans-Heinrich von Zezschwitz erwarb die Rittergüter Ober- und Niedertaubenheim 1730.

Zezschwitz-Obelisk

Zezschwitz-Obelisk

Ca. 1 km hinter dem Obelisken biegt unser Weg scharf links ab, führt über die Spree und dann in Richtung Sohland an der Spree. Vor der Einfahrt in den Ort unterqueren wir den imposanten Bahnviadukt der Bahnstrecke nach Bischofswerda. Ein genaues Gründungsdatum von Sohland ist nicht bekannt. Die erste urkundliche Erwähnung stammt von 1222. Sohland an der Spree ist eine der einwohnerstärksten Gemeinden des Landkreises Bautzen und mit 15 Ortsteilen eines der größten Dörfer Sachsens. Von 1901 bis 1924 baute man in Sohland Nickelerz ab.

Radweg Taubenheim-Sohland

Radweg Taubenheim-Sohland

Viadukt Sohland

Viadukt Sohland

Nach Unterquerung des Viaduktes Sohland biegen wir links in die Schlossstraße ein. Hier sehen wir den Roten Hof, auch als Schloss Sohland bezeichnet. Es ist ein 1747 errichtetes Herrenhaus und diente als Sitz der Grundherrschaft Mittelsohland. eit 1854 war es der alleinige Herrensitz in Sohland. Nach der Enteignung der Familie von Nostitz-Wallwitz 1945 wurde das Haus für unterschiedliche soziale Zwecke genutzt. 2006 versteigert, dient es heute als Wohnhaus. Hinter dem Schloß liegt der ehemalige Schloßpark, den wir durchqueren und am Kirchberg die evangelische Kirche von Sohland erreichen. Die hoch über dem Marktplatz gelegene ehemalige Wehrkirche wurde 1222 erstmals schriftlich erwähnt. Von ihr sind noch ein Teil des Turmes mit elf Schießscharten und große Teile der Kirchhofmauer mit dem romanischen Tor erhalten. 1823 wurde die alte zu klein gewordene romanisch-gotische Kirche abgetragen und durch einen Neubau ersetzt. Drei Emporen verleihen der Kirche im Innern ein imposantes Gesicht.

Schloß Sohland

Schloß Sohland

Kirche Sohland

Kirche Sohland

Kirche Sohland

Kirche Sohland

Bis Sohland ist die Spree von ihren Quellen ab stetig nach Westen geflossen. Hier ändert sie ihren Lauf und fließt nun nach Norden. Wir verlassen den Ortskern und folgen der Spree auf ihrem Lauf nach Norden. Wir fahren über den Himmelsbrückenweg, überqueren auf der Himmelsbrücke von 1796 den Sohlander Dorfbach und erreichen nach ca. 2 km die 1937 bis 1941 errichtete Talsperre Sohland. Die ehemalige Talsperre dient heute nicht mehr dem Hochwasserschutz, sondern nach Umbau als 9,5 ha großer Stausee der Naherholung. Die Spree fließt in einem neuen Bett am Stausee vorbei.

Himmelsbrücke

Himmelsbrücke

Radwegbrücke über die Spree am Stausee

Radwegbrücke über die Spree am Stausee

Stausee Sohland

Stausee Sohland

Stausee Sohland

Stausee Sohland

 

Spreeradwegbrücke am Stausee

Spreeradwegbrücke am Stausee

Die nächsten 3 km bis nach Schirgiswalde fahren wir immer am Ostufer des Stausees und dann an der Spree entlang durch den Wald. Ungefähr bei km 42 unserer Tour erreichen wir den Ort Schirgiswalde. Schirgiswalde wurde 1376 als Dorf erstmals urkundlich erwähnt und war bis 1845 eine böhmische Exklave mitten im Kurfürstentum Sachsen. 1665 erfolgte die Erhebung des Dorfes zur Stadt. 2011 wurde Schirgiswalde mit den Gemeinden Kirschau und Crostau zur Stadt Schirgiswalde-Kirschau verbunden. Die katholische Barockkirche „Maria Himmelfahrt“ , wurde 1735 bis 1741 auf einem Hügel am Marktplatz errichtet. Sie stellt ein seltenes Beispiel des böhmischen Landbarocks in der Lausitz dar.

Spreeradweg Sohland-Schirgiswalde

Spreeradweg Sohland-Schirgiswalde

Spree

Spree

Spree vor Schirgiswalde

Spree vor Schirgiswalde

Markt Schirgiswalde

Markt Schirgiswalde

 

Kirche Maria Himmelfahrt

Kirche Maria Himmelfahrt

Von Schirgiswalde aus folgen wir dem Lauf der Spree nach Kirschau. Wir fahren in Kirschau auf der Straße „Am Schlossberg“ um einen Felssporn herum, auf dem sich die Reste der Burg Körse, einer ehemaligen Höhenburg von 1200 befinden. Es handelt sich um die größte und stärkste Verteidigungsanlage der Oberlausitz, 1359 zerstört. Kirschau wurde 1352 in Zusammenhang mit der Zerstörung der Burg Körse erstmals urkundlich erwähnt. 1635 kam Kirschau zu Sachsen. Der prächtige Ortskern erinnert noch heute an die Blütezeit Kirschaus ab Mitte des 19. Jahrhunderts durch die Grobgarnindustrie. Die evangelische Johanneskirche des Ortes wurde 1924 durch einen reichen Textilfabrikanten gestiftet, der seinen Sohn im I. Weltkrieg verlor. Deshalb hat die Kirche eine außergewöhnliche runde Form, keinen Kirchturm und Soldaten im Altarbild. Die Orgel der Kirche hat 2000 Pfeifen und 24 Register.

 

Rathaus Kirschau am Markt

Rathaus Kirschau am Markt

Postgebäude am Markt

Postgebäude am Markt

Johanneskirche Kirschau

Johanneskirche Kirschau

Auf unserem weiteren Weg die Spree entlang, passieren wir den zu Schirgiswalde-Kirschau gehörenden Ortsteil Rodewitz (1483 erstmals erwähnt), den Großpostwitzer Ortsteil Eulowitz und erreichen schließlich den Ort Großpostwitz der Gemeinde Großpostwitz-Obergurig. Auf unserem Weg passieren wir die Spreebrücke der Bahnline von Rodewitz nach Löbau, die 1998 stillgelegt wurde.  Großpostwitz, 1331 erstmals urkundlich erwähnt, hat einen Bahnhof an der Bahnstrecke Bautzen-Bad Schandau, die 2004 stillgelegt wurde. Hier zweigte auch die Bahnstrecke Großpostwitz-Löbau ab, die heute als Radweg Richtung Löbau genutzt wird. Die evangelische Kirche des Ortes von 1726 erhielt durch Umbau 1893 ihre heutige Form. Wir folgen dem Spreeradweg durch die Gemeinde und passieren am Ortsende die moderne, kleine katholische Kirche St. Josef. Die erste Kapelle wurde 1880 errichtet, 1926 erweitert und 1972 wegen Einsturzgefahr abgerissen. Der Neuaufbau in seiner heutigen Form erfolgte 1976.

Spreeradweg Rodewitz-Eulowitz

Spreeradweg Rodewitz-Eulowitz

Bahnhof Großpostwitz

Bahnhof Großpostwitz

Bahnbrücke der alten Linie Großpostwitz-Löbau

Bahnbrücke der alten Linie Großpostwitz-Löbau

evang. Kirche Großpostwitz

evang. Kirche Großpostwitz

 

evang. Kirche Großpostwitz

evang. Kirche Großpostwitz

kath. Kirche St. Josef

kath. Kirche St. Josef

Nun führt der separate Radweg durch die Wiesen der Spreeauen, überquert  wieder die Spree, passiert den südlichen Rand von Großdöbschütz  und führt am nördlichen Ufer weiter Richtung Obergurig. Auf unserem Weg fahren wir unter dem Eisenbahnviadukt Döbschütz der ehemaligen Bahnstrecke Bautzen-Wilthen-Neustadt hindurch. Die Strecke wurde v. 01.09.1877 in Betrieb genommen und am 16.06.2007 stillgelegt. Das Viadukt Döbschütz nennt der Volksmund auch „Siebenbrücken“. Es ist 108 m lang, 11,70 m hoch und hat 7 Öffnungen mit einer lichten Weite von viermal 9 m und dreimal 15 m. Im April 1945 wurden der erste und der letzte Pfeiler mit angrenzenden Gewölben gesprengt. Bis zum Wiederaufbau 1955 nutzte man stählerne Behelfsbrücken mit Holzstützjochen.

Spreeradweg Großpostwitz-Großdöbschütz

Spreeradweg Großpostwitz-Großdöbschütz

Eisenbahnviadukt Döbschütz

Eisenbahnviadukt Döbschütz

Kurz nach Unterquerung des Viaduktes erreichen wir Obergurig. Hier sehen wir eine denkmalgeschützte Spreebrücke, die „Böhmische Brücke“. Der Böhmische Steig ist eine der ältesten Verkehrsverbindungen zwischen der Oberlausitz und Böhmen. Obergurig wurde durch slawische Siedler gegründet und 1272 erstmals urkundlich ewähnt. Nach der Lausitzer Grenzurkunde von 1241 überquerte der Steig hier in der „Furt des Danibor“ die Spree. Später entstand an dieser Stelle eine Holzbrücke, der „Mönnigssteig“. Um die Kosten für die häufigen Reparaturen der Holzbrücke zu sparen, wurde 1724 eine Steinbrücke gebaut. Sie ist 36 m lang, aus Bruch- und Feldsteinen und besitzt 2 ungleiche Brückenbögen. Der südliche Bogen über die Spree ist 12 weit, der nördliche mit 6 m Spannweite war als Durchlass für Hochwasser gedacht. Die Brücke ist bis heute unverändert geblieben.

Böhmische Brücke Obergurig

Böhmische Brücke Obergurig

Spreebrücke Alte Wassermühle Obergurig

Spreebrücke Alte Wassermühle Obergurig

Industriestraße Obergurig

Industriestraße Obergurig

Spree in Obergurig

Spree in Obergurig

Ein kurzes Stück weiter müssen wir an der Alten Wassermühle, heute ein Restaurant,  wieder die Spree überqueren. Nun folgen wir dem Lauf der Spree und  fahren auf der Industriestraße unter einem alten Wohnhaus hindurch. Der Radweg führt durch die Gemeinden Singwitz (1221), Schlungwitz, Grubschütz (1419).  Hier hat sich die Spree tief in die Landschaft eingegraben. Der Radweg führt zum Teil als unbefestigter Wanderweg durch herrlich Wälder. Am südlichen Stadtrand von Bautzen mußte sich der Fluß durch eine Felsformation graben. Von der Höhe aus kann man auf die ehemalige, heute verlassene Hochaufsche Wassermühle blicken. 2 km weiter ist Bautzen bereits erreicht und wir unterqueren das Eisenbahnviadukt der Straße Görlitz-Dresden.

Spreeradweg Schlungwitz-Grubschütz

Spreeradweg Schlungwitz-Grubschütz

Spreeradweg Grubschütz-Bautzen

Spreeradweg Grubschütz-Bautzen

Hochaufsche Wassermühle

Hochaufsche Wassermühle

Bahnviadukt Bautzen

Bahnviadukt Bautzen

Wir haben nun unser Tagesziel, die Stadt Bautzen, erreicht. Bautzen, erstmals 1002 erwähnt, ist die achtgrößte Stadt Sachsens sowie das politische und kulturelle Zentrum der Sorben. Die Stadt ist reich an historischen Zeugnissen und Bauten, von denen wir uns einige ansehen wollen, die auf unserem Weg liegen. An der Spree liegt die 1606/10 erbaute, 45 m hohe Neue Wasserkunst, die zur Sicherung des steigenden Wasserbedarfs erbaut wurde. 1890 erfolgte ihre Stilllegung. Nach Unterquerung der Friedensbrücke sehen wir links oben den Turm der Röhrscheidbastei, einem 1469 zum Schutz der nahen Fischerpforte erbauten Teil der Stadtbefestigung. Ein weiteres Wahrzeichen der Stadt ist die 1909 als „Kronprinzenbrücke“ errichtete, 181 m lange und 20 m hohe Brücke über das Spreetal. Am 20.04.1945 gesprengt, wurde sie bereits 1949 wieder aufgebaut und in „Friedensbrücke“ umbenannt. Als nächsten markanten Blickfang sehen wir die als Wahrzeichen der Stadt geltende Alte Wasserkunst, direkt an der Spree gelegen. 1495 aus Holz erbaut, wurde sie 1558 in der heutigen Form aus Stein, 47 m hoch, erbaut und diente gleichzeitig als Teil der Stadtbefestigung. Sie war bis 1965 in Betrieb. An Stelle des ursprünglichen Wasserrades befindet sich heute eine der Stromerzeugung dienende Wasserturbine. Unterhalb der Alten Wasserkunst quert eine historische, in einigen Teilen noch erhaltene Brücke die Spree, die Scharfenwegbrücke. Sie ist ein Teil des uns bereits bekannten Böhmischen Steiges.

Neue Wasserkunst

Neue Wasserkunst

Neue Wasserkunst

Neue Wasserkunst

Alte Wasserkunst

Alte Wasserkunst

Alte Wasserkunst

Alte Wasserkunst

Röhrscheidtbastei

Röhrscheidtbastei

 

Alte Wasserkunst

Alte Wasserkunst

Scharfenwegbrücke

Scharfenwegbrücke

Friedensbrücke

Friedensbrücke

Unterhalb der Röhrscheidtbastei stehen wir vor dem „Hexenhäuschen“, einem der ältesten Häuser der Stadt. Das ehemaligen Fischerhaus wurde vor 1604 erbaut, hzat den Stadtbrand von 1634 sowie alle späteren Brände und Kriege überstanden. Oberhalb der Spree sehen wir nun einen markanten Turm, die Mühlbastei. Der viergeschossige runde Turm, einer der sieben Basteitürme der Stadtbefestigung,  1468 errichtet, erhielt seinen Namen von der unterhalb des Turmes an der Spree errichteten Ratsmühle. Nun nehmen wir den steilen Aufstieg in die Innenstadt über den „Eselsberg“ und passieren dabei das Mühltor in der ehemaligen Stadtbefestigung. Das Tor wurde um 1500 zum Schutz des Spreetalaufganges errichtet und beschirmte die durch Esel durchgeführten Mehl- und Gletreidetransporte von den Spreetalmühlen. Wir erreichen nun den Wendischen Kirchhof mit der Michaeliskirche. 1473 wurde eine Michaeliskapelle erstmals erwähnt. 1495 erfolgte der Bau des Turmes und des Langhauses. 1520 waren das Gewölbe und das Dach vollendet. Nach der Reformation wurden in der ehemals katholischen Kirche 99 Jahre lang keine Gottesdienste mehr abgehalten. Ab 1619 erfolgten wieder Gottesdienst in sorbischer Sprache. Bis 1836 wurde nur sorbisch gepredigt. Im Innern der Kirche befindet sich eine Orgel von 1784.

Hexenhäuschen

Hexenhäuschen

Mühlbastei

Mühlbastei

Mühltor

Mühltor

Michaeliskirche

Michaeliskirche

Vom Wendischen Kirchhof aus fahren wir durch die Heringstraße und erreichen den Hauptmarkt von Bautzen mit dem Rathaus. Der Bau des ersten Rathauses 1213 geht auf einen Erlass des böhmischen Königs Ottokar I. Premysl zurück. Von 1729 bis 1732 erhielt das Rathaus seine heutige Gestalt. Vom Hauptmarkt fahren wir nun durch die Reichenstraße, einer Bummelmeile und Fußgängerzone, an deren Ende der Reichenturm steht. In der Mitte der Reichenstraße befindet sich im Boden eingelassen der „Türmestern“,  ein Wegweiser zu den Türmen von Bautzen. Der Reichenturm am Ende der Straße wurde ab 1490 bis 1492 errichtet. Südlich des Reichenturmes befindet sich der historische Kornmarkt, an den sich im Osten der ehemalige Salzmarkt anschließt. Hier befindet sich die katholische Kirche Unserer Lieben Frau, als Liebfrauenkirche bezeichnet. Es ist nach dem Dom St. Petri die zweitälteste Kirche der Stadt, gegründet bereits im 11. Jahrhundert, erstmals schriftlich erwähnt im April 1293.

Rathaus

Rathaus

Marktbrunnen

Marktbrunnen

Reichenstraße und -turm

Reichenstraße und -turm

Türmestern

Türmestern

Reichenturm

Reichenturm

Kornmarkt

Kornmarkt

Liebfrauenkirche

Liebfrauenkirche

Hier am ehemaligen Salzmarkt endet unsere 1. Etappe des Spreeradweges.

Länge der Strecke: 65 km

Verlauf der Strecke: Eibau / Kottmar / Walddorf / Neugersdorf / Ebersbach / Neufriedersdorf / Neuspremberg / Neusalza / Taubenheim / Sohland an der Spree / Schirgiswalde / Neucallenberg / Kirschau / Rodewitz / Eulowitz / Großpostwitz / Singwitz / Obergurg / Schlungwitz / Grubschütz / Bautzen

Beschaffenheit der Strecke: Landstraßen, Fahrradwege und -straßen, feste Feld- und Waldwege

Download der GPX-Datei: Spreeradweg1

 

 

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