Von Berkenbrück nach Frankfurt/Oder

Bahnhof Berkenbrück

Bahnhof Berkenbrück

Berkenbrück

Berkenbrück

Unsere heutige Radtour starten wir am Bahnhof Berkenbrück. Berkenbrück liegt an der Bahnstrecke Berlin – Frankfurt/Oder, eine Station hinter Fürstenwalde / Spree.  Der Ort wurde bereits 1285 als Byrkenbrucke (Birkenbrücke) in einer Grenzurkunde erwähnt. Seit 1775 heißt der Ort, wie heute üblich, Berkenbrück. Von 1932 bis zu seiner Verhaftung und Doportation 1933 wohnte der Schriftsteller Hans Fallada in Berkenbrück.

Schild Spreeradweg

Schild Spreeradweg

Spreeradweg im Tempelberger Forst

Wir fahren zunächst vom Bahnhof direkt in den Ort. Im Zentrum erreichen wir den Spreeradweg, auf den wir links einbiegen. Es geht sofort wieder aus dem kleinen Ort hinaus, hinein in die herrlichen Brandenburger Wälder. Berkenbrück ist vollständig von Wald umgeben. Die nächsten 2,5 km fahren wir durch den Tempelberger Forst, überqueren dann die Autobahn A 12 (Berlin-Frankfurt/O.) und fahren dann weitere 5 km bis zur Spree. Ca. 2 km nach der Autobahnüberquerung, in der Nähe des Ostufers des Dehmsees stehen an einer Weggabelung plötzlich Straßenlaternen mitten im Wald. Hier befand sich früher ein Objekt der Staatssicherheit der DDR, in dem u.a. die Aussteiger der RAF untergebracht waren. Nach der Wende wurde das Objekt vollständig abgerissen, nur noch die nicht mehr funktionierenden Straßenlaternen sind übrig.

Fluthbrücke Kehrsdorf

Fluthbrücke Kehrsdorf

Oder-Spree-Kanal

Oder-Spree-Kanal

Fluthbrücke Kehrsdorf

Fluthbrücke Kehrsdorf

Bei Km 9,3 unserer Tour erreichen wir den Oder-Spree-Kanal. Wir queren ihn ca. 800 m vor der Kehrsdorfer Schleuse über eine hölzerne Brücke, die Fluthbrücke Kehrsdorf, über die der Spree-Radweg hier über den Kanal geführt wird. Nach kurzer Zeit erreichen wir die Kehrsdorfer Schleuse. Sie ist eine von vier Schleusen des Oder-Spree-Kanals, die Schiffe auf dem Weg von der Spree zur Oder überwinden müssen. Die Schleuse wurde 1891 als 55 m lange Einkammerschleuse      ( heutige Südkammer) in Betrieb genommen. 1914 folgte dann der Bau der Nordkammer. Ab 2009 wurde die Nordkammer instand gesetzt und auf 115 m verlängert. Die Breite beträgt 9,80 m. Am 05.09.2013 wurde die neue Nordkammer dem Verkehr übergeben.  Das „Cafè an der Kehrsdorfer Schleuse“ bietet sich für eine kurze Pause an.

Kehrsdorfer Schleuse

Kehrsdorfer Schleuse

Kehrsdorfer Schleuse

Kehrsdorfer Schleuse

Kehrsdorfer Schleuse

Kehrsdorfer Schleuse

Oder-Spree-Kanal

Oder-Spree-Kanal

Spreeradweg am Oder-Spree-Kanal

Spreeradweg am Oder-Spree-Kanal

Nachdem wir uns die Schleuse angeschaut haben, setzen wir unsere Fahrt auf dem Spreeradweg fort. Die Route führt eine ganze Zeit durch den Wald zwischen dem Oder-Spree-Kanal auf der linken Seite und der Spree, die hier Drahendorfer Spree heißt, zu unserer Rechten. Ca. 10 km nach der Kehrsdorfer Schleuse erreichen wir den Ort Neubrück. Neubrück ist ein Ortsteil von Rietz-Neuendorf und wurde 1705 erstmals urkundlich erwähnt. In Neubrück biegt der Spreeradweg rechts ab und überquert die Spree. Anschließend fahren wir  entlang der Landstraße L 411 Richtung Raßmannsdorf. Raßmannsdorf ist ein Gemeindeteil von Rietz-Neuendorf der bereits 1446 erstmals schriftlich erwähnt wurde. Am Ortsausgang von Raßmannsdorf verläßt der Spreeradweg die L 411 und führt nach links durch die Wälder, immer entlang der Spree über Radinkendorf direkt nach Beeskow. Die ehemals selbständige Gemeinde Radinkendorf wurde 1993 nach Beeskow eingemeindet und ist seitdem der kleinste Ortsteil von Beeskow.

Spreeradweg bei Radinkendorf

Spreeradweg bei Radinkendorf

Bei Km 30 unserer Tour erreichen wir schließlich das Zentrum von Beeskow, die St. Marien-Kirche. Die Stadt Beeskow entstand an der Stelle, wo der Fernweg Frankfurt/Oder – Leipzig die Spree kreuzt. Stadtgründer waren im 13. Jahrhundert die Ritter von Strehle. Die Stadt wurde planmäßig im Schutz ihrer Burg, die 1316 erstmals erwähnt wurde, angelegt. Die Burg und die Stadtmauern dieser Zeit sind noch weitgehend erhalten. Die Stadt wechselte im Laufe der Zeit mehrfach ihre Besitzer. sie gehörte zur Niederlausitz, dann zu Pommern und zu Lebus. Seit 1600 schließlich war sie ein Teil Brandenburgs geworden. Im 16. und 17. Jahrhundert wurde die Stadt bei zwei verheerenden Stadtbränden jeweils fast komplett vernichtet. Die heutige Marienkirche im Zentrum der Stadt wurde im 15. Jahrhundert anstelle eines kleineren Vorgängerbaus als dreischiffige Hallenkirche errichtet. In Beeskow nutzen wir auch die Zeit, um einmal kurz um die Stadtmauer zu fahren. Dabei sehen wir u.a. den Luckauer Torturm, auch „Dicker Turm“ genannt. Er ist mit 24 m der höchste Turm der Stadtbefestigung. Seit 1729, als Beeskow Garnisonsstadt wurde, diente der Turm als Pulvermagazin. An andere Stelle in der Stadtmauer sehen wir den „Darrturm„. Dieser halbrunde Turm diente früher den bedeutenden Bauern Beeskows als Malzdarre. Seit 1983 ist hier nach Rekonstruktion und Umbau der Jugendklub untergebracht.

Beeskow

Beeskow

Stadtmauer Beeskow

Stadtmauer Beeskow

Luckauer Torturm Beeskow

Luckauer Torturm Beeskow

Darrturm Beeskow

Darrturm Beeskow

St. Marien-Kirche Beeskow

St. Marien-Kirche Beeskow

Burg Beeskow

Burg Beeskow

In Beeskow finden wir auch viele Gaststätten, die wir für eine Mittagspause nutzen können. Nach der Pause verlassen wir in Beeskow den Spreeradweg und die Stadt in südöstlicher Richtung. Wir fahren über die Frankfurter Straße, vorbei an der Burg Beeskow, überqueren die Spree und folgen dem Radweg an der B 246 in Richtung Krügersdorf, welches wir nach 6 km erreichen.

Dorfkirche Krügersdorf

Dorfkirche Krügersdorf

Krügersdorf, seit 1993 ein Ortsteil von Beeskow, wurde 1344 erstmals als Krugersdorph erwähnt.  Der Ort hatte von 1534 bis Anfang des 20. Jahrhunderts eine eigene Windmühle.  Heute befindet sich auf dem Grundstück ein großes Bisongehege.  Die Dorfkirche wurde 1720 errichtet. Die Hauptattraktion von Krügersdorf dürfen aber wohl die zalreichen Eichen sein, deren Alter auf 250 bis 600 Jahre geschätzt wird. Die älteste Eiche, die „dicke Eiche“, steht am Ortseingang in einem Feldweg (Kastanienallee) an

Dicke Eiche Krügersdorf

Dicke Eiche Krügersdorf

der B 246. Ihr Alter wird auf ca. 600 Jahre geschätzt. Sie hat einen Stammumfang (2012) von 10,45 m und ist ca. 22 m hoch. Nach der Ivenacker Eiche handelt es sich um die zweitdickste einstämmige und natürlich gewachsene Eiche in Deutschland und die dickste Eiche Brandenburgs. 4 weitere Eichen, im Alter von ca. 550 Jahren, stehen noch in unmittelbarer Nähe der „dicken Eiche“. Wir setzen unsere Fahrt auf dem Radweg an der B 246 fort. Kurz vor Schneeberg queren wir die Schienen der Bahnlinie der RB 36 von Beeskow nach Frankfurt/Oder. Kurz darauf erreichen wir das ehemalige Dorf Schneeberg, seit 1993 ein Ortsteil von Beeskow. Schneeberg wurde erstmals 1344 in einer Grenzbeschreibung der Stadt Beeskow als „Sneberg“ erwähnt. In Schneeberg verlassen wir den Radweg an der B 246, biegen links ab und folgen die nächsten 3,5 km dem ausgeschilderten Radweg durch die Felder nach Merz.

Dorfkirche Merz

Dorfkirche Merz

Merz

Merz

Merz bildet zusammen mit dem westlich gelegenen Ort Ragow seit 2002 die Doppelgemeinde Ragow-Merz. Merz wurde 1341 erstmals erwähnt. 1405 ist es als Dorf Merzik verzeichnet. Die evangelische Dorfkirche ist ein Feldsteinbau aus der Spätgotik. In ihrem Inneren befinden sich eine spätbarocke Kanzel und der Grabstein des 1689 gestorbenen Grafen von Bölnitz. Von Merz aus fahren wir 4 km über die Merzer Chaussee nach Mixdorf. Die Gemeinde Mixdorf wurde 1368 erstmals schriftlich erwähnt und gehört zum Amt Schlaubetal. Die evangelische Dorfkirche wurde von 1719 bis 1720 erbaut. Der Kanzelaltar stammt von 1725. In der Kirche befinden

Dorfkirche Mixdorf

Dorfkirche Mixdorf

sich zwei Grabsteine von 1693 und 1694. Von Mixdorf aus führt unser Weg nach Norden durch den Naturpark  Schlaubetal, welches wir bei der Ragower Mühle queren. Die Ragower Mühle wurde um 1600 am Westufer der Schlaube als Getreidemühle erbaut. Bis 1968 war sie in Betrieb. Zusätzlich erzeugten Turbinen über ein Schaufelrad Strom. Die Ragower Mühle ist die einzige Mühle mit erhaltener Mühlentechnik im Schlaubetal. In der als technisches Denkmal instand gesetzten Mühle befinden sich ein Mühlenmuseum und eine  Gaststätte.

Ragower Mühle

Ragower Mühle

Nach einer weiteren Fahrt durch das wunderschöne Schlaubetal und die umliegenden Wälder erreich war nach ca. 5 km den Ort Kaisermühl beiderseits des Oder-Spree-Kanals. Zuerst passieren wir das heutige Hotel Kaisermühle. Die genaue Entstehung der Wassermühle ist unbekannt. Sie bestand bereits 1275 an der Schlaube. Im 16. Jahrhundert wurde ein Kupferhammer errichtet, der jedoch bald wieder aufgegeben wurde. Das heutige Hotel entspricht in seiner Architektur und Gestaltung dem Aussehen der Mühle von 1680.

Hotel Kaisermühle

Hotel Kaisermühle

Brücke Forststraße

Brücke Forststraße

Radweg am Friedrich-Wilhelm-Kanal

Radweg am Friedrich-Wilhelm-Kanal

Unweit des Hotel führt unser Radweg wieder über den Oder-Spree-Kanal. Die Brücke wurde im Jahre 2000 nur für Fußgänger und Radfahrer errichtet und ersetzte die Fähre, die als Denkmal am Ufer abgelegt wurde. Kaisermühl ist seit 1962 nach Müllrose eingemeindet. Der Name Kaisermühl geht auf einen „Gore Keyser auf der Bretmühle zu Melrase“ 1495 zurück. Die nächsten 9 km bis Brieskow-Finkenherd folgen wir immer dem Radweg Oder-Spree-Tour direkt am Friedrich-Wilhelm-Kanal. Wir fahren durch die kleinen Orte Schlaubehammer (1545 erstmals erwähnt), Groß Lindow (1354 erstmals erwähnt) und Weißenspring (1739 erstmals erwähnt), die alle am Kanal liegen. Der Friedrich-Wilhelm-Kanal, mit dessen Bau bereits 1558 begonnen wurde, war über 200 Jahre lang die wichtigste Verbindung zwischen Hamburg, Berlin und Breslau. Nach der Eröffnung des Oder-Spree-Kanals 1891 verlor der Friedrich-Wilhelm-Kanal seine Bedeutung als Wasserweg. In Brieskow-Finkenheerd kreuzen wir die B 112 und fahren dann im großen Bogen entlang der L 273 (Lindenstraße) am Kanalufer um den Ort herum, bis zur B 112. Brieskow-Finkenheerd wurde 1354 erstmals als Wrissigk erwähnt. Der Name Finkenheerd taucht zum ersten mal in einer Flurkarte von 1750 auf. Seit 1949 heißt die Gemeinde Brieskow-Finkenheerd. Wir folgen dem Radweg an der Bundesstraße B 112 in Richtung Frankfurt/Oder für 2 km, die es im ersten Teil sehr steil bergauf geht. An der Kreuzung nach Lossow biegen wir nach rechts auf die Ortsstraße (Lindenstraße) ab und fahren durch Lossow nach Frankfurt/Oder. Lossow ist ein Ortsteil von Frankfurt/Oder und wurde 1328 erstmals erwähnt. Er wurde nach der Familien Lossow benannt, die bis 1438 Eigentümer des Dorfes war. von Lossow aus geht es dann in einer serpentinenreichen, rasanten Abfahrt in den Frankfurter Ortsteil. Von fahren wir über die Gubener Vorstadt zum Bahnhof Frankfurt/Oder, an dem unsere Tour zu Ende geht.

Länge der Strecke:  77,0 km

Verlauf der Strecke: Berkenbrück / Neubrück / Beeskow / Krügersdorf / Merz / Mixdorf / Kaisermühle / Schlaubehammer / weißenspring / Groß Lindow / Weißenberg / Brieskow-Finkenheerd / Lossow / Frankfurt/Oder

Beschaffenheit der Strecke: glatte Radweg, wenig befahrene Landstraßen

Download der GPX-Datei: Berkenbrück-beeskow-frankfurt

 

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