Westhavelland – von Brandenburg nach Spandau

Hauptbahnhof Brandenburg

Hauptbahnhof Brandenburg

 

Heute beginnen wir unsere Radtour durch den Naturpark Westhavelland in Brandenburg an der Havel.  Es geht vom Hauptbahnhof durch die Bahnhofsvorstadt über die Werderstraße, Bauhofstraße und Jacobstraße in Richtung Brandenburg-Neustadt. Am Steintorturm überqueren wir den Mühlengraben und den Stadtkanal und haben die Neustadt von Brandenburg erreicht.

Steintorturm

Steintorturm

Mühlgraben

Mühlgraben

Brandenburg-Neustadt wurde Ende des 12. Jahrhunderts mit der Katharinenkirche planmäßig südlich der Altstadt angelegt. Die erstmalige urkundliche Erwähnung datiert von 1196. Altstadt und Neustadt bildeten 2 unabhängige Städte, die erst 1715 zur Stadt Brandenburg an der Havel vereinigt wurden. Der Steintorturm, der am Eingang zur Neustadt steht, datiert aus dem Jahre 1380 und ist der mächtigste Torturm der Neustädter Stadtmauer in Brandenburg an der Havel. Er gehört zu den ehemals acht, heute noch vier verbliebenen Tortürmen der beiden Städte Brandenburg und ist Teil der mittelalterlichen Wehranlagen, die einst zehn Tore besaßen. Der Turm ist 32,5 m hoch und hat 11 m Durchmesser. 6 Geschosse sind in ihm untergebracht. er diente früher als Stadtgefängnis der Neustadt, heute ist in ihm ein Museum untergebracht. Am Steintorturm vorbei geht es über die Steinstraße,  Neustädtischen Mark, Molkenmarkt und Neustädtische Fischerstraße einmal quer durch die Neustadt. Der Neustädtische Markt in Brandenburg an der Havel hat in den letzten Kriegswochen 1945 sein ursprüngliches Gesicht verloren. Hier standen einst Pranger und Richtblock, ein Brunnen und das stattliche Rathaus der Neustadt (später Rathaus der gesamten Stadt). Nichts davon ist erhalten. Nur der steinerne Roland – er bewacht heute das historische Rathaus der Altstadt und als Kopie das Märkische Museum in Berlin.

Mühlentorturm Brandenburg

Mühlentorturm Brandenburg

Am Ende der Neustädtischen Fischerstraße steht der Neustädtische Mühlentorturm, der ebenfalls Teil der Neustädtischen Stadtmauer war. Der Turm war Teil einer ausgeprägten Toranlage mit Vortor, die im 17. Jahrhundert jedoch teilweise abgerissen wurde. Vor dem Tor am Mühlendamm befinden sich ehemalige Wassermühlen der Neustadt Brandenburg, die schon seit Anfang des 13. Jahrhunderts durch Aufstauen der Havel um ca. 1,20 m das Gefälle zum Antrieb der Mühlen nutzten. Den Zusatz „Neustädtisch“ trägt der Turm, da die Altstadt Brandenburg ebenfalls einen Mühlentorturm besaß, der 1805 abgerissen wurde.  Am Ende der Neustädtischen Fischerstraße biegen wir links ab und fahren durch die Parkanlagen entlang der Näthewinde, einem ca. 900 m langen Havelarm, der südlich der Dominsel die östlich fließende Stadthavel mit der westlich fließenden Brandenburger Niederhavel verbindet. Wir umfahren das Pakhofgelände, fahren am historischen Stadthafen an der Brandenburger Niederhavel entlang und erreichen schließlich die „Jahrtausenbrücke“ über die Niederhavel.

Niederhavel mit Abzweig Näthewinde

Niederhavel mit Abzweig Näthewinde

historischer Stadthafen

historischer Stadthafen

Jahrtausendbrücke

Jahrtausendbrücke

Jahrtausendbrücke

Jahrtausendbrücke

Die Jahrtausenbrücke erhielt ihren Namen 1929, als der Brückenneubau anlässlich der 1000-Jahrfeier der Stadt eingeweiht wurde. Das erste hölzerne Brückenbauwerk entstand an gleicher Stelle 1230.  1860 erfolge ein vollständiger Neubau der Brücke, eine hölzerne Klappbrücke, die 1892 durch eine Eisenkonstruktion ersetzt wurde. 1928 abgerissen, wurde sie durch eine Stahlbetonbrücke ersetzt, die 1945 gesprengt und 1946/47 wieder aufgebaut wurde. 1995 erneut abgebrochen, wurde der Neubau am 04.12.1996 eingeweiht. Wir überqueren die Jahrtausendbrücke und befinden uns nun in der Altstadt Brandenburg. Von der Brücke aus ist  links die Kirche St. Johannis zu sehen. Es ist die ehemalige Klosterkirche der Franziskaner, die heute als Veranstaltungshalle genutzt wird. Das Franziskanerkloster in der Altstadt Brandenburg bestand von 1250 bis zur Reformation 1544. Die Altstadt Brandenburg wurde im 12. Jahrhundert in der Nähe der kirchlichen Siedlung Dom Brandenburg gegründet. Zunächst hieß sie Parduin, nach dem Dorf, welches sich vorher an gleicher Stelle befand. 1216 wurde der Name Altstadt erstmals urkundlich erwähnt. Wir fahren durch die Ritterstraße, biegen an der Plauer Straße links ab und erreichen beim „Plauer Torturm“ die Grünanlagen der ehemaligen Doppelwallanlagen vor der Altstadt. Hinter dem Plauer Torturm geht es rechts ab und entlang der Wallpromenade in nördlicher Richtung faktisch immer um die Altstadt Brandenburg herum.

St. Johannis-Kirche Altstadt

St. Johannis-Kirche Altstadt

Plauer Torturm

Plauer Torturm

Rathenower Torturm

Rathenower Torturm

Der Plauer Torturm, auch Luckenberger Torturm,  am Ende der Plauer Straße ghörte ebenfalls zu den Tortürmen der beiden Städte Brandenburg. Der Turm ist benannt nach dem ca. 500 m vor dem Tor gelegenen ehemaligen Dorf Luckenberg (heute zwischen Nicolaikirche und Havelufer). Der Turm ist 17 m hoch.  Nachdem wir die Altstadt auf der Wallpromenade faktisch umrundet haben, stoßen wir am nördlichen Ende an der Willi-Sänger-Straße auf den Rathenower Torturm. Er ist ebenfalls Teil der historischen Wehranlage der beiden Städte Brandenburg.  Der Turm gilt als das älteste erhaltene Stadttor Brandenburgs. Er wurde von 1290 bis 1320 errichtet und 1355 als Kerker ausgebaut. Wir fahren weiter ca. 1 km entlang der Brielower Straße, passieren die 1958 erbauten Brücke über den Silokanal und erreichen den Stadtteil Massowburg von Brandenburg. Der Silokanal ist ein von 1907 bis 1910 künstlich angelegter Schifffahrtskanal, der um die Innenstadt von Brandenburg herumführt und den Weg für die Schiffe um ca. 2 km verkürzt.

Brielower Brücke

Brielower Brücke

Storchenradweg bei Butzow

Storchenradweg bei Butzow

Logo Storchenradweg

Logo Storchenradweg

Storchenradweg am Beetzsee

Storchenradweg am Beetzsee

Dorfkirche Radewege

Dorfkirche Radewege

Wir haben nun den Storchenradweg erreicht, der am Beetzsee entlang führt und dem wir nun einige Kilometer folgen werden. Der Beetzsee ist ca. 18 km lang und erstreckt sich zunächst nach Norden, um dann in einem scharfen Knick nach Nordosten abzubiegen. Er ist zwischen 3 und 9 m tief und besteht aus 3 Seebecken, die durch schmale schiffbare Kanäle (Sträng)  Ca. 8 km nach Überquerung des Silokanals erreichen wir das Dorf Radewege. Das 1335 erstmals erwähnte Dorf ist seit 2002 ein Ortsteil der Gemeinde Beetzsee. Im Zentrum des Dorfes steht eine aus Feldsteinen gemauerte Saalkirche von 1400. Ca, 3 weiter führt der Storchenradweg durch den Ort Butzow am nordwestlichen Ufer des Beetzsees. Butzow wurde erstmals 1207 erwähnt und ist seit 2002 ein Ortsteil der Gemeinde Beetzseeheide. Die Dorfkirche ist ein shlichter neuromanischer Bau aus dem 19. Jahrhundert. 1904 wurde Butzow über die Westhavelländische Kreisbahnen an das Schienennetz nach Brandenburg und Nauen angebunden. 1969 wurde der Zugverkehr wieder eingestellt.

Dorfkirche Butzow

Dorfkirche Butzow

Dorfkirche Butzow

Dorfkirche Butzow

Butzow

Butzow

Beetzsee bei Butzow

Beetzsee bei Butzow

Storchenradweg bei Butzow

Storchenradweg bei Butzow

Weiter fahren wir nach Ketzür, einem weiteren Ortsteil von Beetzseeheide. Die Dorfkirche von Ketzür ist ein altes Gotteshaus mit Elementen verschiedener Bauepochen. Der Zentralbau stammt aus dem 13. Jahrhundert. Im 15. Jahrhundert wurde der Bau erhöht.1599 wurde ein Renaissancegiebel angebaut. Der gotische Kirchturm stammt aus dem 15. Jahrhundert, die Turmhaube ist von 1793. Die Anbauten der Kirche auf der Südseite sind aus dem 17. Jahrhundert.

 

Dorfkirche Ketzür

Dorfkirche Ketzür

Dorfkirche Ketzür

Dorfkirche Ketzür

Ketzür

Ketzür

Beetzsee bei Ketzür

Beetzsee bei Ketzür

Von Ketzür aus führt der Storchenradweg auf der Bahntrasse der ehemaligen Westhavelländischen Kreisbahnen entlang. Die Westhavelländischen Kreisbahnen waren eine 46 km lange  Kleinbahnstrecke, die von Röthehof an der Strecke Oebisfelde-Spandau nach Brandenburg Bahnhof Altstadt führte. Die Strecke war vom 01.10.1904 bis 25.09.1966 in Betrieb und wurde danach abgebaut. Ca. 2 km hinter Ketzür überqueren wir den Lünower Sträng , die Verbindung zwischen Beetzsee und Oberen Beetzsee.

Lünower Sträng

Lünower Sträng

Bahn-, Radfahrerbrücke Lünower Sträng

Bahn-, Radfahrerbrücke Lünower Sträng

Kleinbahnerinnerung am Radweg

Kleinbahnerinnerung am Radweg

ehem. Umsteigebahnhof Roskow

ehem. Umsteigebahnhof Roskow

Nach ca. 7 km auf einem wunderschönen Bahntrassen-Radweg haben wir Roskow erreicht. 1270 wurde Roskow erstmals erwähnt, als Eigentum des Klosters Spandau.

Schloß Roskow

Schloß Roskow

Dorfkirche Bagow

Dorfkirche Bagow

Später kam des Rittergut in den Besitz der Familie Bredow, die es 1650 an Hans Christoph von Katte verkaufte. Im Besitz der Familie von Katte verblieb es bis 1945. Das Gutshaus des Ortes, auch Schloß Roskow genannt, wurde von 1723 bis 1727 für Christoph III. Katte errichtet. Heute wird es unter dem Namen „Kulturschloß Roskow“ als Veranstaltungszentrum von einem Nachfahren Kattes privat bewirtschaftet. In Roskow verlassen wir den Storchenradweg ,wenden uns nach Norden und erreichen nach 5 km Päwesin. Päwesin liegt am nördlichen Ende des  oberen Beetzsees und wurde 1197 erstmals schriftlich erwähnt. Die evangelische Dorfkirche wurde als einschiffige Saalkriche 1727/28 im Barockstil erbaut. In Päwesin wenden wir uns nach Westen, überqueren den Päwesiner Sträng  (die Verbindung zwischen Oberer Beetzsee und Riewendsee) und erreichen nach ca. 1 km den Ort Bagow, der 1375 erstmals urkundlich erwähnt wurde. Die Dorfkirche wurde 1907 am westlichen Dorfausgang errichtet, nachdem ein Vorgängerbau am Südhang des 60 m hohen Mühlberges 1905 durch Blitzschlag zerstört wurde. In Bagow wenden wir uns wieder nach Norden und fahren am Westufer des Riewendsees nach Riewend, auch wie Bagow seit 01.07.1950 ein Gemeindeteil von Päwesin. Riewend wurde 1204 erstmals urkundlich erwähnt. Der Ursprung der kleinen Dorfkirche, ca. 100 m vom Riewendsee entfernt, liegt im Dunkeln. Der Turm (1718) ist älter als der Kirchsaal (1844 in heutige Form gebracht). Die größere der beiden Glocken im Turm trägt eine Aufschrift von 1516. Der Kanzelaltar ist aus dem Barock.

Dorfkirche Riewend

Dorfkirche Riewend

Pflasterstraße Riewend-Klein Behnitz

Pflasterstraße Riewend-Klein Behnitz

Weiter führt der Weg von Riewend nach Klein Behnitz über eine aus Ziegeln gepflasterte Straße. Die Straße wurde 1907 gebaut und steht als Bodendenkmal unter Denkmalschutz. Klein Behnitz wurde erstmals 1335 erwähnt. Die Dorfkirche, ein kleiner quadratischer verputzter Fachwerkbau mit niedrigem Dachturm entstand 1779. Beiderseits des Eingangs liegen zwei von 1604 und 1619 stammende Reliefgrabsteine der Familie von Bardeleben, der Eigentümer des Dorfes. Nordlich des Dorfes, am Mühlberg, liegt ein Findling mit über 5 m Umfang und einer Masse von über 3 Tonnen. Klein Behnitz ist ein Ortsteil von

Klein Behnitz

Klein Behnitz

Dorfkirche Klein Behnitz

Dorfkirche Klein Behnitz

Hinter Klein Behnitz biegen wir rechts ab und fahren ins 2 km entfernte Groß Behnitz. Der Ort wurde 1173 erstmals urkundlich erwähnt und ist damit über 100 Jahre älter als der Nachbarort Klein Behnitz. Seit 2003 ist Groß Behnitz ebenfalls ein Ortsteil von Nauen. Der Ort befand sich im Besitz verschiedener Adliger, zuletzt in dem des Grafen von Itzenplitz. der verkaufte den Gutshof 1866 an Albert Borsig. Die Familie von Borsig etablierten das Gut bis zur Enteignung 1945 als agrarischen Musterbetrieb mit mordernsten Technologien. Ein Teil des Gutes der Familie von Borsig wird seit 2000 als Privatunternehmen für den Kulturtourismus genutzt.

groß Behnitz

Groß Behnitz

ehem. Gut Borsig

ehem. Gut Borsig

ehem. Gut Borsig

ehem. Gut Borsig

Kirche Groß Behnitz

Kirche Groß Behnitz

Die Dorfkirche entstand 1555 aus einem spätmittelalterlichen Vorgängerbau. 1922/23 bekam sie bei einem Umbau, der nur die Grundmauern stehen ließ, ihre heutige neobarocke Gestalt. Hinter der Kirche befindet sich die ab 1866 errichtete Grabanlage der Familie von Borsig (mit den Gräbern von Albert Borsig und des 1909 geadelten Ernst von Borsig), die seit 1886 Eigentümer des Rittergutes war. Von Groß Behnitz fahren wir weiter nach Norden, unterqueren die Bahnlinie Berlin-Oebisfelde, fahren ca. 5 km durch den Wald und erreichen dann den durch Th. Fontanes Gedicht „Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland“ berühmt gewordenen Ort Ribbeck. Ribbeck wurde 1375 im Landbuch Kaiser Karl VI. erstmals urkundlich erwähnt und war von 1237 bis 1945 (nur unterbrochen von 1354 – 1374) ununterbrochen im Besitz der Familie von Ribbeck. Seit 2003 ist es ein Ortsteil der Stadt Nauen.Die Dorfkirche stammt aus dem Mittelalter, wurde 1722 umgestaltet, erhielt ihre heutige Gestalt aber erst zum Ende des 19. Jahrhunderts. Das Schloß Ribbeck wurde 1893 als Familiensitz derer von Ribbeck erbaut, befindet sich heute im Besitz des Landkreises und wird als kulturhistorisches Projekt mit Museum, Veranstaltungsräumen und Restaurant genutzt. In Ribbeck finden wir zahlreiche Sehenswürdigkeiten, so z.B. die alte Schule (heute Gaststätte), alte Brennerei, ehemalige Getreidemühle, altes Waschhaus (heute Hofladen und Gaststätte), Birnengarten und Pfarrgarten. Im Alten Waschhaus machen wir eine Pause mit Cafè und leckerer Birnentorte, bevor es weitergeht.

Dorfkirche Ribbeck

Dorfkirche Ribbeck

Schloß Ribbeck

Schloß Ribbeck

Altes Waschhaus Ribbeck

Altes Waschhaus Ribbeck

Havellandradweg Ribbeck-Nauen

Havellandradweg Ribbeck-Nauen

Dorfkirche Berge

Dorfkirche Berge

Von Ribbeck aus fahren wir auf dem Havellandradweg in Richtung Nauen. Der Havellandradweg führt auf der Trasse der ehemaligen Kreisbahn Rathenow-Senzke-Nauen entlang. Die Kreisbahn Rathenow-Senzke-Nauen, auch „Krumme Pauline“ genannt (weil sie sich durch das Land schlängelte), verkehrte von 1900 bis 1961 als Schmalspurbahn. Auf der Fahrt nach Nauen berühren wir die Orte Berge und Lietzow. Die erste Erwähnung von Berge datiert von 1292. Seit 2003 ist der Ort ebenfalls ein Ortsteil von Nauen. Die Kirche von Berge stammt von 1744, erbaut auf den Grundmauern einer alten Wehrkirche. Der Kanzelaltar stammt aus der alten Kirche von 1685. 1970 wurden im Kellergewölbe des Kirchturm 2 Mumien aus dem 17. Jahrhundert gefunden. Eine genaue Identifizierung war bis heute nicht erfolgreich. Eine Besichtigung der Mumien ist nach vorheriger Absprache mit dem Pfarrer möglich. Lietzow, seit 2003 ebenfalls nach Nauen eingemeindet, wurde 1317 erstmals erwähnt. Die Kirche wurde 1860 errichtet. Architekt war Friedrich August Stüler, ein Schüler von Karl Friedrich Schinkel.

Dorfkirche Lietzow

Dorfkirche Lietzow

Dorfkirche Lietzow

Dorfkirche Lietzow

St. Jacobi Nauen

St. Jacobi Nauen

Am Endpunkt der ehemaligen Bahntrasse erreichen wir die Kleinstadt Nauen. Nauen, 1186 erstmals urkundlich erwähnt, erhielt 1292 das Stadt- und 1317 das Marktrecht. 1906 entstand die Funkstelle Nauen als Versuchsstation von Telefunken, die 1921 zur Großfunktstelle Nauen erweitert wurde. Damit ist sie die älteste noch bestehende Sendeanlage der Welt. Die im frühen 20. Jahrhundert geleistete Pionierarbeit in der Funktechnik trug der Stadt den Beinamen „Funkstadt“ ein. Im Zentrum der Stadt steht die Kirche St. Jacobi, die wahrscheinlich aus der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts stammt. Der Kirchturm ist sogar noch älter – erste Hälfte 12. Jahrhundert.

Wir verlassen Nauen in nördlich Richtung, unterqueren die Bahngleise und biegen die 4. Querstraße (Ludwig-Jahn-Str.) links ab. Damit verlassen wir den Havellandradweg.  Unsere Fahrt geht durch das Bredower Luch entlang des Nauen-Paretzer-Kanals in Richtung Brieselang, wo wir den Havelkanal überqueren.

Nauen-Paretzer-Kanal bei Bredow-Luch

Nauen-Paretzer-Kanal bei Bredow-Luch

Radweg über den Kanal

Radweg über den Kanal

Bahnlinie Berlin-Hamburg über den Kanal

Bahnlinie Berlin-Hamburg über den Kanal

Nauen-Paretzer-Kanal bei Bredow

Nauen-Paretzer-Kanal bei Bredow

Der Nauen-Paretzer Kanal oder Hauptschifffahrtskanal Paretz-Nauen ist ein ehemaliger Kanal westlich von Berlin und bot bis 1950 eine Verbindung zwischen der Havel bei Paretz und dem Großen Havelländischen Hauptkanal nördlich der Stadt Nauen. Begonnen wurde mit seinem Bau 1913, die Eröffnung erfolgte 1921. Der Kanal hatte eine Breite von 20 m und eine Tiefe von 1,6 m, so daß Schiffe mit 750 t Tragfähigkeit (Großplauer-Maß-Schiff) verkehren konnten.  Der Havelkanal beginnt zwischen Nieder Neuendorf und Hennigsdorf an der Havel,  umgeht das Berliner Stadtgebiet und endet Paretz in der Nähe von Ketzin wiederum an der Havel .Er hat eine Länge von 34,18 km[2] und überwindet an der Kanalstufe Schönwalde einen Höhenunterschied von rund zwei Metern. Gebaut wurde der Kanal vom Mai 1951 bis Juni 1952. 

Havelkanal bei Brieselang

Havelkanal bei Brieselang

Radweg im NSG Bredower Forst

Radweg im NSG Bredower Forst

Nach der Überquerung des Kanals sind wir in der Gemeinde Brieselang angekommen. Die Gemeinde besteht aus den Ortsteilen Brieselang, Bredow und Zeestow. Bredow wurde bereits 1208 und Zeestow 1346 erstmals erwähnt. Die erste Erwähnung von Brieselang erfolgte 1315 als vorgelagerte Befestigungsanlage des Amtes Vehlefanz. Brieselang wurde erst 1925 als selbständige Landgemeinde gegründet. Von Brieselang fahren wir weiter durch das NSG Bredower Forst nach Finkenkrug, einem Ortsteil der Stadt Falkensee. Finkenkrug hat seinen Namen vom Alten Finkenkrug, einem Teerofen im Bredower Forst.  Die Dorfkirche befindet sich im Wohngebiet Neufinkenkrug und wurde am 31.10.1926 eingeweiht.

Dorfkirche Finkenkrug

Dorfkirche Finkenkrug

Dorfkirche Finkenkrug

Dorfkirche Finkenkrug

Dorfkirche Falkenhagen

Dorfkirche Falkenhagen

Von Finkenkrug wechseln wir auf die nördliche Seite der Bahnstrecke Berlin-Hamburg und sind im Zentrum von Falkensee. Der Name Falkensee wurde 1923 bei der Bildung der Gemeinde Falkensee aus den beiden eingemeindeten Dörfern Seegefeld und Falkenhagen als Kunstwort zusammengesetzt. 1265 erfolgte die erste Erwähnung  von Seegefeld, 1336 die von Falkenhagen. Die evangelische Kirche von Falkensee-Falkenhagen  ist wurde 1680 eingeweiht und steht unter Denkmalschutz. Die letzten 8 km unserer Tour fahren wir entlang der  Falkenhagener / Spandauer Straße, biegen am Spandauer Platz rechts ab, um nach 200 m gleich wieder links in den Grünzug an der Spektelake einzubiegen.  Dem Spektegrünzug, entlang der Spektelake und den Spekteseen folgen wir bis zu unserem Ziel, dem Bahnhof Spandau.

Länge der Strecke: 88,30 km

Verlauf der Strecke: Brandenburg a.d. Havel / Brielow / Radewege / Butzow / Ketzür / Roskow / Päwesin / Bagow / Riewend / Klein Behniz / Groß Behnitz / Ribbeck / Berge / Lietzow / Nauen / Bredow-Luch / Brieselang / Finkenkrug / Falkensee / Spandau

Beschaffenheit der Strecke: separate Radwege, wenig befahrene Landstraßen, feste Feld- und Waldwege

Download der GPX-Datei: Westhavelland – von Brandenburg nach Spandau

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